Sonntag , 27. September 2020
Eine Frau hält bei einer früheren Kundgebung in New York City nach dem Tod von Breonna Taylor ein Plakat in die Luft. Quelle: imago images/Pacific Press Agency

Schüsse bei Mahnwache für Breonna Taylor – ein Toter

In Louisville in den USA ist es am Samstagabend bei einer Mahnwache für die getötete schwarze Breonna Taylor zu Schüssen gekommen. Ein Mann wurde dabei tödlich verletzt, eine weitere Person leicht. Videomaterial soll einen Verdächtigen zeigen, der im Park das Feuer eröffnet.

Bei einer Mahnwache für die von der Polizei getötete Afroamerikanerin Breonna Taylor ist es in Kentucky zu tödlichen Schüssen gekommen. Ein Mann sei am Samstagabend im Jefferson Square Park in Louisville gestorben, teilten die Behörden mit. Kurz danach sei der Polizei eine weitere Person gemeldet worden, die am Gerichtsgebäude gegenüber angeschossen wurde. Sie wurde im Krankenhaus behandelt, die Verletzungen waren nicht lebensbedrohlich.

In den sozialen Netzwerken veröffentlichtes Videomaterial schien einen Mann zu zeigen, der im Park das Feuer auf andere Menschen eröffnet. Später war mindestens eine Person stark blutend am Boden zu sehen. Die Einsatzkräfte versuchten so viele Informationen wie möglich über den Vorfall zu bekommen, teilte die Polizei mit. Details über mögliche Festnahmen und Verdächtige wurden zunächst nicht bekannt.

Bürgermeister entsetzt über Gewalt

Der Bürgermeister von Louisville, Greg Fischer, zeigte sich entsetzt. Er sei sehr traurig über die Gewalt und dass ein Ort des friedlichen Protests nun ein Tatort sei.

Nach den Tötungen von Taylor und George Floyd durch Polizeihände hat sich der Park zu einem Zentrum der Demonstrationen entwickelt. Bereits am 28. Mai waren in der Nähe des Gerichtsgebäudes schon einmal Schüsse gefallen, sieben Menschen wurden verletzt.

Die 26-jährige Schwarze wurde Mitte März von acht Kugeln in ihrer Wohnung getroffen. Drei Beamte drangen mit einem sogenannten No-Knock-Warrant wegen eines Drogenverdachts in ihre Wohnung ein. In mehreren US-Staaten ist es Polizisten unter Umständen richterlich gestattet, in Haus oder Wohnung von Verdächtigen einzudringen, ohne vorher anzuklopfen oder zu klingeln. Sie rufen in der Regel, dass sie da sind und brechen dann sofort die Tür auf. Bei Breonna Taylor wurden keine Drogen gefunden. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester.

RND/AP