Freitag , 18. September 2020
Timmendorfer Strand: Besucher bevölkern den Strand der Ostsee. Entstanden ist das Bild am vergangenen Donnerstag (26. Juni). Quelle: Carsten Rehder/dpa

Volle Strände: Scharbeutz und Haffkrug sperren Zufahrtsstraßen – Lage inzwischen wieder entspannter

Zum Ferienstart in vielen Bundesländern ist es voll geworden auf den Straßen und an den Stränden in Schleswig-Holstein. In Scharbeutz und Haffkrug musste die Reißleine gezogen werden. Andernorts blieb die Lage dagegen entspannt.

Volle Strände und Straßen – zum Start der Sommerferien in vielen Bundesländern hat es die Menschen an Schleswig-Holsteins Küsten gezogen. Die Situation in den Ferienorten war sehr unterschiedlich. Es können keine weiteren Tagesgäste mehr kommen, hieß es für mehrere Stunden in Scharbeutz und Haffkrug an der Ostsee. Sonst sei es nicht mehr möglich, die Abstandsregeln wegen der Corona-Pandemie einzuhalten. In St. Peter-Ording und Büsum an der Nordsee gab es dagegen keine Platzprobleme.

Die Kapazitätsgrenze für Parkplätze und Strand sei erreicht, teilte die Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer in einem Facebook-Post am sonnigen Samstagmittag mit. “Anreisende Gäste werden nur noch durch unsere Orte durchgeleitet.” Anwohner und der öffentliche Nahverkehr hätten freie Fahrt, auch Gäste zu Ferienwohnungen und Hotels. “Bitte halten Sie Ihre Buchungsbestätigung bereit”, teilte sie weiter mit. Am Nachmittag konnten die Sperrungen aufgehoben werden, weil es zu regnen begann, wie Schäfer der Deutschen Presse-Agentur berichtete.

Anders war es in St. Peter-Ording. Gegen Mittag fand man im Ort problemlos noch einen Parkplatz, die Schlangen vor den Eisdielen waren überschaubar. Vermutlich habe die Wetterprognose viele Hamburger abgeschreckt, sagte ein Familienvater, der am Kassenhäuschen vor der Seebrücke sein Ticket holen wollte.

Die Meteorologen hatten Gewitter für den Nachmittag vorhergesagt. “Erstaunlicherweise entspannt”, sagte Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff zur Situation in St. Peter-Ording. 98 Prozent der Quartiere seien ausgebucht. Bereits um 8.00 Uhr morgens seien viele Menschen am breiten Strand gewesen, doch da gebe es ja viel Platz. Bisher habe es keine Probleme auf den Zufahrtsstraßen gegeben.

Ferienstart in einigen Bundesländern

Auch im Touristenzentrum Büsum herrschte reges Treiben. “Aber überfüllt ist es bei uns nicht”, sagte Olaf Raffel vom Büsumer Tourismus Marketing Service TMS. Die Belegung liege derzeit bei mehr als 90 Prozent. Wer mit einem Ausflugsschiff fahren wolle, müsse wegen der eingeschränkten Kapazitäten vorbuchen.

Am Morgen war es bereits auf den Autobahnen 1 und 7 zu Verkehrsbehinderungen gekommen, wie der ADAC mitteilte. Im Bereich Lübeck sei es besonders eng gewesen, da hier viele Baustellen den Verkehrsfluss beeinträchtigten.

Grund für den erhöhten Verkehr sind Urlauber aus Hamburg, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen, die zum Ferienstart unterwegs sind zu den Urlaubsdestinationen an Nord- und Ostseeküste.

Das hohe Verkehrsaufkommen hänge auch mit der Corona-Krise zusammen, erklärte der Sprecher des ADAC, da die meisten Menschen momentan auf das Auto als Fortbewegungsmittel vertrauten und im Inland Urlaub machten. Aus diesem Grund würden zunehmend auch Ost-West Verbindungen befahren werden und nicht nur die Autobahnen, die in den Norden führten.

RND/dpa