Samstag , 24. Oktober 2020
Nico Santos hatte nicht immer so viel Geld wie jetzt.

Popstar Nico Santos: “Ich habe immer zugesehen, möglichst wenig auszugeben”

Obwohl er heute einen Hit nach dem anderen schreibt, denkt Popstar Nico Santos auch an seine Rente. Er hat bei seinem Vater Egon Wellenbrink, dem “Melitta-Mann”, gesehen, wie schnell Erfolg und Geld auch wieder weg sein können.

Popstar Nico Santos (“Rooftop”), der als Sohn den “Melitta-Manns” auf Mallorca aufwuchs, hat als Teenager schon Höhen und Tiefen im Leben kennengelernt. “Mein Papa hat damals von den Werbeeinnahmen als ‘Melitta-Mann’ nicht schlecht verdient, aber so schnell das Geld geflossen ist, war es dann auch wieder weg”, erzählt der 27-jährige Sohn von Egon Wellenbrink, der von 1989 bis 1999 in 130 Werbespots für das Unternehmen Melitta vor der Kamera stand, in einem Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ).

“Wir haben unser Zuhause auf Mallorca verloren, ich musste alles dort lassen, was mir lieb war”, so Santos gegenüber der Zeitung. Das habe sich bei ihm eingeprägt. “Ich habe deswegen immer zugesehen, möglichst wenig auszugeben. Ich besitze weder ein Auto, noch habe ich eine unfassbar teure Wohnung.”

Nico Santons in Deutschland anfangs auf sich allein gestellt

Nach dem Abi war Nico Santos demnach auf sich allein gestellt. “Als ich nach Deutschland zurückkehrte, hatten meine Eltern keine finanziellen Mittel mehr, um mich zu unterstützen.” Deshalb sei er unter anderem in Köln kellnern gegangen und habe Jobs als Hochzeitssänger angenommen, so Santos zur NOZ. “Währenddessen habe ich meine Ausbildung zum Tontechniker gemacht und in dem Studio anfangs acht Monate lang auf dem Sofa geschlafen, bis ich eine Bleibe in einer WG gefunden hatte.”

Damals wirkte er auch in der Daily Soap “Rote Rosen” mit. Heute sieht er dieses Engagement skeptisch: “Da war ich wirklich jung und ‘brauchte das Geld’. Ich bin ein unfassbar unbegabter Schauspieler”, sagt Santos der Zeitung.

All das habe sich auch auf seine Kreativität ausgewirkt. “Die Zeit in Köln war musikalisch sehr deprimierend, auch die ersten drei Jahre in Berlin waren sehr mühselig, und es hat lange bis zum ersten Erfolgserlebnis gedauert”, sagt der Musiker der NOZ. Trotzdem wertschätze er diese Phase seines Lebens. “In meinen Songs verarbeite ich vieles von dem, was ich erlebt habe. Das ist so etwas wie eine Therapie für mich.”

Nico Santos denkt trotz Hits an seine Rente

Heute schreibt Nico Santos einen Hit nach dem anderen, auch für andere Künstler. “Mein Plan war es, einfach nur Musiker zu sein. Aber ein Allround-Künstler, also zugleich Komponist, Arrangeur und Produzent, ist natürlich das Nonplusultra.” Trotz seines enormen Erfolgs denkt er weiter ans Geld – weil er von seinem Vater weiß, wie vergänglich das ist: “Wenn ich am Ende meiner aktiven Zeit ein Repertoire von 3000 oder 4000 Songs hätte, hätte ich schon eine extrem gute Rente. Das war und ist für mich wichtig: In so einem unbeständigen Job muss man sich etwas Beständiges aufbauen.”

Und noch etwas hat er von seinem Vater gelernt, der im Gegensatz zu ihm ein “Rockstar-Leben” mit Drogen und Co. führte: “Ich habe noch nie Drogen angefasst. Mein Papa hat mir Gott sei Dank genug abschreckende Storys erzählt”, sagt er der NOZ.

RND/hsc