Samstag , 26. September 2020
Mel Gibson im Jahr 2017.

Wieder Antisemitismus-Vorwürfe gegen Mel Gibson – Netflix kündigt Job

Neu ist der Antisemitismus-Vorwurf nicht, den Winona Ryder gegenüber Mel Gibson erhebt. Der Spruch, den er ihr vor mehr als zwei Jahrzehnten an den Kopf geworfen haben soll, ist allerdings so abscheulich, dass er nun eine zweite Empörungswelle hervorruft. Der Hollywood-Star verteidigt sich vehement.

Los Angeles . Hollywoodstar Mel Gibson (64) hat jüngste Vorwürfe seiner Kollegin Winona Ryder über angebliche antisemitische Äußerungen ihr gegenüber kategorisch zurückgewiesen. „Dies ist 100 Prozent nicht wahr“, teilte ein Sprecher von Gibson in einem Statement mit, das der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch (Ortszeit) vorlag. Ryder habe schon vor zehn Jahren in Interviews gelogen und nun würde sie wieder lügen, hieß es in der Mitteilung.

Ryder (48, „Stranger Things“) hatte in einem Interview mit der britischen „Sunday Times“ über einen angeblichen Vorfall in den 1990er Jahren auf einer Party in Hollywood gesprochen. Gibson habe ihr und einem Bekannten gegenüber antisemitische und homophobe Bemerkungen gemacht. 2010 hatte sich Ryder im Magazin „GQ“ ähnlich über Gibson geäußert.

Mel Gibson bereits früher wegen antisemitischer Pöbeleien in den Kritik

Gibson, der durch Filme wie „Mad Max“, „Lethal Weapon“ oder „Braveheart“ bekannt ist, war im Laufe seiner Karriere häufiger in die Schlagzeilen geraten, darunter durch antisemitische Pöbeleien, Alkoholexzesse und Streitereien mit Partnerinnen.

Seinen ersten Job hat der Schauspieler im Zuge der neuesten Empörungswelle bereits verloren: Sein Engagement in der Netflix-Produktion “Chicken Run” soll gekündigt worden sein, berichtet “The Wrap”.

2006 war er in Kalifornien nach einer Festnahme wegen Trunkenheit am Steuer der Polizei gegenüber ausfallend geworden. Einige seiner Schimpftiraden, darunter antisemitische Äußerungen, kamen ans Licht. Jüdische Gruppen kritisierten den Schauspieler, Gibson entschuldigte sich später. Der bekennende Katholik und Regisseur des Kreuzigungsfilms „Die Passion Christi“ räumte damals ein, seit Jahrzehnten gegen seine Alkoholsucht zu kämpfen. Er bedaure seinen Rückfall und die „verachtenswerten“ Bemerkungen bei seiner Festnahme zutiefst.

RND/dpa/spot