Mittwoch , 23. September 2020
Dieses Videostandbild zeigt Ahmaud Arbery (l), wie er am 23. Februar 2020 auf einer Straße außerhalb von Brunswick beim Joggen verfolgt wird. Quelle: Uncredited/Twitter/AP/dpa

Video erschütterte Amerika: Mordanklage nach tödlichen Schüssen auf schwarzen Jogger

Die Tötung eines schwarzen Joggers, die auf Video festgehalten wurde, hat die USA aufgewühlt – nun sind drei Männer in dem Fall wegen Mordes angeklagt worden. Geschworene im Bezirk Glynn County in Georgia entschieden sich für die Anklage.

Washington. Drei weiße Männer sind nach dem Tod des schwarzen Joggers Ahmaud Arbery im US-Bundesstaat Georgia vor vier Monaten unter anderem wegen Mordes angeklagt worden. Eine Grand Jury habe sie jeweils in neun Punkten angeklagt, sagte die Staatsanwältin des Bezirks Cobb County, Joyette Holmes, am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. „Dies ist ein weiterer großer Schritt, um Gerechtigkeit für Ahmaud zu erlangen“, sagte Holmes.

Arbery wurde beim Joggen am 23. Februar in der Stadt Brunswick getötet. Die Ermittlungen kamen erst mehr als zwei Monate später richtig in Gang, als der Fall durch ein verstörendes Handy-Video der Tat breite Aufmerksamkeit erlangte.

Anfang Mai wurden der 64 Jahre alte Gregory M. und sein 34 Jahre alter Sohn Travis festgenommen. Den Ermittlern zufolge hatten die Tatverdächtigen Arbery zunächst mit ihrem Fahrzeug verfolgt und dann mit Schusswaffen konfrontiert. Dem Autopsiebericht zufolge wurde Arbery von zwei Schüssen mit Schrotmunition aus nächster Nähe in die Brust getroffen, ein dritter Schuss streifte sein rechtes Handgelenk. Der dritte Verdächtige hat die Tat nach Angaben des Kriminalamts GBI gefilmt.

RND/dpa