Mittwoch , 30. September 2020
“Dark”-Hauptdarsteller Louis Hofmann. Quelle: picture alliance/AP Images

“Dark”-Hauptdarsteller Louis Hofmann: “Ich habe genauso mitgerätselt wie ein Fan”

Am Samstag startet die dritte und letzte Staffel der Zeitreiseserie “Dark” (Netflix). Im RND-Interview verrät Hauptdarsteller Louis Hofmann, dass er beim Gucken auch mehrere Fragen hatte: “Ich habe genauso mitgerätselt wie ein objektiver Fan”, sagt Hofmann.

Sie haben die dritte Staffel “Dark” bereits gesehen. Sind am Ende noch Fragen offen geblieben?

Ich glaube, im Nachhinein sind für mich keine Fragen unbeantwortet. Aber während des Drehs hatte ich Fragen, die definitiv aufgekommen sind. Ich habe mich während der Dreharbeiten einfach nur auf meinen Erzählstrang konzentriert, sodass ich alles andere um mich herum mehr oder weniger vergessen habe. Das habe ich absichtlich gemacht, damit ich nicht von den anderen Strängen durcheinandergebracht werde. Beim Gucken hatte ich dann tatsächlich Fragen, bei denen man vielleicht nicht denken würde, dass sie von mir kommen, weil ich ja mitgemacht habe. Aber ich habe genauso mitgerätselt wie ein objektiver Fan.

Wie erklären Sie sich denn den riesigen, weltweiten Erfolg von “Dark”?

Als wir Schauspieler damals die Drehbücher zur ersten Staffel gelesen haben, war uns schon klar, dass die Serie was Besonderes ist, weil wir so was noch nie gelesen hatten. Dann erhofft man sich natürlich auch, dass das Potenzial ausgeschöpft wird. Die Umsetzung ist gut geworden. Aber dann gibt es immer noch die Komponente, ob es kommerziell gut ankommt. Das ist dann auch noch eingetreten. Ich glaube, dass “Dark” schon sehr nischig, sehr genremäßig ist, aber diese Mischung aus Alltagsproblemen und Übernatürlichem für viele Leute sehr involvierend ist. Und je mehr über eine Serie geredet wird, desto mehr tauschen sich die Leute aus. Dieser Austausch liegt nicht nur daran, dass man sehr viel rätseln muss. Aber das trägt natürlich auch noch mal seinen Teil dazu bei. Online gibt es so viele verschiedene Theorien. Es gibt wahre Hardcore-Fans, die in jedes Standbild reinzoomen und da Sachen reininterpretieren. Oder dass Fans an die Originaldrehorte von “Dark” fahren, ist so unfassbar geil. Wir haben einfach so viele Fans, die sich für diese Serie einsetzen, dass wir auf der amerikanischen Internetseite “Rotten Tomatoes” zur Besten Serie gewählt wurden. Das ist einfach unfassbar. Ich höre oft, diese oder jene Serie mochte ich ganz gerne. Aber ich habe das Gefühl, dass die “Dark”-Fans die Leute unbedingt davon überzeugen wollen, dass unsere Serie geguckt werden muss.

Sind Sie traurig, dass nach dieser dritten Staffel definitiv Schluss ist?

Wenn es noch weitergegangen wäre und es hätte noch eine vierte Staffel gegeben, hätte das der Serie nicht gutgetan. “Dark” war von Anfang an als Trilogie konzipiert. Ich finde es schön, dass es jetzt so rund geworden ist.

Wenn jemand in zehn Jahren “Dark” guckt: Wird der sich wundern, dass in den Szenen, die im Jahr 2020 spielen, das Wort Corona nicht einmal erwähnt wird?

Gute Frage. Das ist für mich momentan schon manchmal komisch, wenn ich etwas gucke, wo Menschenmassen versammelt sind. Oder wo sich welche umarmen und küssen, denke ich: Das solltet ihr jetzt vielleicht nicht machen. (lacht) Aber wir erzählen in “Dark” ja sowieso eine so spezifische Welt, die so abstrakt ist, dass man nicht unbedingt an Corona denken muss.

Apropos Corona, drehen Sie gerade?

Ich hätte jetzt gearbeitet, aber die Dreharbeiten wurden auf nächstes Jahr verschoben.

Von Thomas Kielhorn/RND