Donnerstag , 24. September 2020
“Dark”-Hauptdarstellerin Lisa Vicari. Quelle: picture alliance/dpa

“Dark”-Star Lisa Vicari: “Ich strebe keine Karriere als Journalistin an”

Am Samstag startet die dritte und letzte Staffel der Zeitreiseserie “Dark” (Netflix). Im RND-Interview spricht Hauptdarstellerin Lisa Vicari über den Dreh und ihre beruflichen Ziele. “Ich strebe keine Karriere als Journalistin an”, verrät Vicari.

Haben Sie die dritte Staffel schon gesehen?

Ich habe sie tatsächlich schon zweimal in Vorbereitung auf die Interviews gesehen. Es ist immer besonders, das Endprodukt nach der Fertigstellung sehen zu können.

Sind nach dem Schauen noch zwei oder drei Fragen unbeantwortet geblieben?

Mir fällt jetzt keine konkret ein. Das Ende ist sehr schlüssig. Und ich bin sehr befriedigt damit, wie die Geschichte zu Ende gebracht wird.

Für mich bleibt das größte Rätsel ungelöst: Bei welchem Mobilfunkanbieter muss man sein, dass man auch im tiefsten Wald immer Empfang hat?

(lacht) Ich glaube, das kann ich nicht verraten. Sonst würde jeder sofort seinen Telefonanbieter wechseln. Es scheint im Ort Winden, wo unsere Serie spielt, eine sehr starke Telefonverbindung zu geben.

Welches war für Sie die emotional schwierigste Szene?

Wir haben sehr viel im Regen gedreht, und der ist immer sehr kalt. Dadurch, dass wir den Herbst erzählen, haben wir die Studioszenen im Sommer gedreht. Da haben wir uns in unseren Winterjacken einen abgeschwitzt. Dann standen wir im Winter draußen im Regen. Das ist in dem Moment zwar sehr kalt, aber irgendwie mag ich es trotzdem. Mir fällt jetzt keine konkrete Szene ein, aber insgesamt ist es schon hochemotional, was bei “Dark” passiert. Wir haben alle gelernt, wie man diesen “emotionalen Muskel” über die Jahre trainiert. Es wurde immer leichter, solche Szenen zu spielen.

Am Ende der zweiten Staffel stirbt einer der Charakter, den Sie spielen. Eine solche Szene ist doch mit Sicherheit schwerer zu spielen als eine Kussszene …

Ja, das stimmt. (lacht) Aber letztendlich ist eine Sterbeszene wie jede andere Szene auch. Eine Szene existiert zunächst nur auf dem Papier und dann versucht man, sie so gut wie möglich zu verwirklichen. Bei meiner Sterbeszene war natürlich viel Blut dabei. Aber ich hatte ja am wenigsten zu spielen und lag hauptsächlich am Boden. Mein Spielpartner Louis Hoffmann hatte da den schwierigeren Part.

Apropos Louis, können Sie ein Geheimnis über ihn verraten, das noch keiner kennt?

Louis hat einen sehr guten Musikgeschmack. Er hatte immer die Macht im Auto, wenn wir von einem Fahrer abgeholt wurden. Wenn man etwas über Musik wissen will, kann man ihn auf jeden Fall fragen.

“Dark” ist ja ein weltweiter Erfolg. Sind Sie schon mal im Ausland auf Ihre Rolle angesprochen worden?

Ja, tatsächlich. Ich war jetzt nicht so viel auf Reisen, aber ich war Anfang des Jahres in Australien. Im Flieger hat jemand schräg vor mir den ganzen Flug über die ganze Staffel “Dark” auf dem Handy geguckt. Er hat wirklich eine Folge nach der nächsten geguckt, und der Flug nach Australien ist ja wirklich lang. Das war so eine absurde Situation, zeigt aber auch, wie weitverbreitet diese Serie ist.

Sie studieren Medienwissenschaften in Potsdam. Wenn Sie ein Porträt über sich selber schreiben müssten, welche Überschrift würden Sie wählen?

Puh. Das musste ich bis jetzt noch nicht in meinem Studium machen. (lacht) Es ist ja kein Journalismusstudium, sondern eher weit gefächert. Medien ist ja ein ziemlich dehnbarer Begriff. Ich lege mir halt sehr viel auf den Bereich Film aus. Für mich ist es eher ein philosophisch-theoretischer Blick, mit dem man auch Filme angehen kann. Ich strebe jetzt keine Karriere als Journalistin an. (lacht)

Von Thomas Kielhorn/RND