Dienstag , 29. September 2020
Polizeieinheiten sammeln sich, um gegen Randalierer vorzugehen. Quelle: Simon Adomat/dpa

Chaos-Nacht in Stuttgart: Polizei ermittelt weiteren Tatverdächtigen

Die Polizei hat nach den Ausschreitungen in Stuttgart einen weiteren Tatverdächtigen ermittelt. Unterdessen bereitet sich die Stadt auf das kommende Wochenende vor – und stockt die Polizeipräsenz massiv auf.

Stuttgart. Nach den Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt am vergangenen Wochenende hat die Polizei einen weiteren Tatverdächtigen ermittelt. Darüber informierte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer nicht öffentlichen Sondersitzung den Innenausschuss im Landtag. Damit sind es nun 26 Tatverdächtige nach den Krawallen am Wochenende. Zudem sei die Ermittlungsgruppe von 40 auf 75 Personen erweitert worden.

Acht mutmaßliche Randalierer sitzen in Untersuchungshaft, einer von ihnen wegen Verdachts auf versuchten Totschlag. Ein weiterer Haftbefehl war gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Unklar ist bislang, ob auch gegen den neuen Tatverdächtigen Haftbefehl beantragt wird. 16 zunächst vorläufig festgenommene mutmaßliche Beteiligte wurden den Angaben zufolge wieder entlassen.

Polizei stockt an den kommenden Wochenenden in Stuttgart auf

An den kommenden Wochenenden will die Polizei in Stuttgart mehrere Hundertschaften einsetzen, um die Kontrolle in der Innenstadt zu behalten. Die Polizei wolle dann nachts mit einer guten dreistelligen Anzahl an Beamten unterwegs sein, berichtete der Vorsitzende des Landtags-Innenausschusses, der Abgeordnete Karl Klein (CDU), am Mittwoch aus der nicht öffentlichen Sitzung. Geplant seien mehrere Einsatzhundertschaften, Polizeireiter, Polizeihundeführer und Ermittlungsbeamte.

In der Nacht zum vergangenen Sonntag waren Hunderte Menschen durch die Einkaufsstraße Stuttgarts gezogen, sie hatten Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Nach Angaben der Polizei waren 400 bis 500 Menschen an der Randale beteiligt.

RND/dpa