Freitag , 30. Oktober 2020
Bill Cosby ist inhaftiert, weil er Frauen sexuell missbraucht haben soll.

Urteil gegen Bill Cosby wird vor Supreme Court geprüft

Bis zu zehn Jahre Haft drohen Bill Cosby wegen sexuellen Missbrauchs. Seine Verurteilung darf er allerdings anfechten, gestattete das Oberste Gericht des US-Staates Pennsylvania nun. Der 82-Jährige ließ verkünden, dass er sich als Opfer von Rasissmus sieht und deshalb „falsch verurteilt“ worden sei.

Der Entertainer Bill Cosby darf seine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs anfechten. Das Oberste Gericht des US-Staats Pennsylvania gestattete dem 82-Jährigen am Dienstag eine Berufung. Der Supreme Court willigte ein, zwei Aspekte des vorigen Urteils zu prüfen – einerseits die Entscheidung eines Richters zugunsten der Staatsanwaltschaft, fünf weitere Frauen zu Wort kommen zu lassen, die ihn beschuldigen. Und andererseits Cosbys Argument, mit einem früheren Staatsanwalt habe er die Übereinkunft gehabt, in dem Fall von 2004 nie angeklagt zu werden.

Cosby ist seit fast zwei Jahren im Gefängnis. Geschworene erklärten ihn 2018 für schuldig, eine Frau im Jahr 2004 bei sich zu Hause unter Drogen gesetzt und sich an ihr vergangen zu haben. Die Gefängnisstrafe beträgt zwischen drei und zehn Jahren.

Cosby sieht sich als Opfer von Rassismus

Cosbys Sprecher Andrew Wyatt sagte am Dienstag, dieser sei sehr dankbar für die Entscheidung des Gerichts. Im Angesicht der US-Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt sagte er, bei Cosbys „falscher Verurteilung“ gehe es um so viel mehr als um den Entertainer persönlich. „Es geht um die Zerstörung aller schwarzen Menschen und People of Color in Amerika“, so Wyatt. Als People of Color bezeichnen sich Menschen, die wegen ihrer Hautfarbe Rassismuserfahrungen machen.

Die in dem Fall von 2004 als Klägerin bekannt gewordene Andrea Constand warnte dagegen, das Gericht dürfe es Cosbys Reichtum, Ruhm und Glück nicht erlauben, dass er vor seiner bösartigen und kriminellen Vergangenheit fliehen könne.

RND/AP