Sonntag , 25. Oktober 2020
Dem Angeklagten konnte eine versuchte Vergewaltigung nicht nachgewiesen werden. Quelle: Axel Heimken/dpa

Frau sexuell belästigt – sie beißt ihrem Peiniger die Fingerkuppe ab

Ein Mann attackiert eine 23-Jährige, hält ihr den Mund zu und fasst ihr in den Intimbereich: Dafür muss der Mann nun drei Jahre in Haft. Eine versuchte Vergewaltigung sei nicht nachweisbar, argumentierte das Gericht. Der Mann wurde überführt, weil das Opfer ihm bei der Tat eine Fingerkuppe abbiss.

Itzehoe/Ellerbek. Das Amtsgericht Itzehoe hat den Prozess wegen einer sexuellen Nötigung und einer abgebissene Fingerkuppe mit einem Schuldspruch beendet. Der 34 Jahre alte Angeklagte aus Hamburg wurde am Dienstag – wie von der Staatsanwaltschaft verlangt – zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt.

Nach Überzeugung des Gerichts attackierte er am 3. November 2019 in Ellerbek im Kreis Pinneberg eine damals 23-Jährige. Er hielt ihr den Mund zu und griff ihr in den Intimbereich. Bei der Abwehr biss die Frau ihrem Angreifer eine Fingerkuppe ab.

Versuchte Vergewaltigung nicht nachweisbar

Der ursprüngliche Vorwurf der versuchten Vergewaltigung sei nicht nachweisbar, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. „Wir wissen nicht, wie es weiter gelaufen wäre, wenn sie sich nicht so erfolgreich gewehrt hätte.“

Die Verteidigerin hatte einen Freispruch verlangt. Ihr Mandant habe sich damals verlaufen und die Frau nach dem Weg gefragt. Weil sie nicht reagiert habe, habe er sie angetippt. Sie habe erschrocken aufgeschrien. Durch den Schrei wiederum selber erschrocken, habe er ihr den Mund zugehalten.

RND/dpa