Freitag , 25. September 2020
Menschen stehen vor einem geplünderten Geschäft in der Marienstraße in Stuttgart. Quelle: Julian Rettig/dpa

Verdächtige der Stuttgarter Krawallnacht: Jung, männlich und vielfach betrunken

Nach der Krawallnacht von Stuttgart hat Innenminister Thomas Strobl weitere Details über die Verdächtigen bekannt gegeben. Viele der Festgenommenen waren demnach betrunken. Auch über Wohnort, Abstammung und Vorstrafen machte er weitere Angaben.

Stuttgart. Viele der 25 festgenommenen Tatverdächtigen aus der Krawallnacht in Stuttgart waren stark betrunken. Der höchste Alkoholwert sei mit 2,34 Promille bei einem 20-Jährigen festgestellt worden, sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Dienstag in Stuttgart. Bei vier Festgenommenen lagen die Werte zwischen 1,26 und 2,08 Promille, bei acht weiteren zwischen 0,64 bis 1,1 Promille und bei weiteren acht zwischen 0 und 0,5 Promille.

Bei vier Festgenommenen hätten keine Alkoholmessungen vorgenommen werden können, sagte der Innenminister. Weitere Untersuchungen zu einem möglichen Drogenkonsum dauerten noch an. 15 Tatverdächtige waren der Polizei bekannt – sie seien bereits bis zu 24 Mal zur Anzeige gebracht worden.

Auch Verdächtige aus Bayern und Niedersachsen

Die 25 Festgenommenen sind laut Strobl zwischen 14 und 33 Jahre alt. 15 haben ihren Wohnsitz in Stuttgart, fünf andernorts im Südwesten. Je eine festgenommene Person sei in Bayern und Niedersachsen gemeldet, drei seien ohne festen Wohnsitz. Zwölf Festgenommene haben einen deutschen Pass, drei kommen aus Kroatien, Polen und Portugal. Vermutlich sei auch ein Lette dabei.

Neun Festgenommene wiesen den Angaben zufolge einen Flüchtlingsbezug auf. Darunter seien drei Afghanen und ein Somalier, die sich noch in Asylverfahren befänden. Zwei irakische Tatverdächtige seien als Flüchtlinge anerkannt. Ein afghanischer Staatsangehörige stehe unter sogenanntem subsidiären Schutz. Ein Bosnier sei ausreisepflichtig, habe aber eine Duldung. Der somalische Tatverdächtige sei ausreisepflichtig, habe aber nicht abgeschoben werden können.

RND/dpa