Samstag , 19. September 2020
Leuchtendes Blaulicht auf dem Dach eines Streifenwagens.

Verdacht auf Corona-Subventionsbetrug: Razzia in Berliner Islamisten-Szene

Ermittler durchsuchen am Morgen im Berliner Stadtteil Tempelhof mehrere Objekte, darunter eine Moschee. Es besteht der Verdacht auf Subventionsbetrug im Zusammenhang mit Corona-Hilfen, teilt die Generalstaatsanwaltschaft mit. Der Verdacht richte sich gegen zwei Männer aus der islamistischen Szene.

Wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs bei Corona-Soforthilfen sind in Berlin erneut mehrere Objekte, darunter eine Moschee, durchsucht worden. Der Verdacht richte sich gegen zwei Männer aus der islamistischen Szene, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Dienstagmorgen per Twitter mit. Nach ersten Angaben der Polizei wurden seit 7 Uhr drei Objekte durchsucht. Dazu gehörte auch die Moschee in Berlin-Tempelhof. Rund 250 Polizisten seien an dem Einsatz beteiligt, hieß es.

Die Polizei sperrte die Straße, an der die Moschee liegt, am Morgen ab. Das Gebäude liegt in einem Hinterhof im hinteren Teil eines Gewerbegebiets. Auch Spürhunde waren im Einsatz.

Bereits früher Razzien wegen Corona-Soforthilfen

In den vergangenen Wochen war es bereits mehrfach zu Durchsuchungen in der salafistischen Szene wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs bei Corona-Soforthilfen gekommen.

Bereits im Mai hatten Polizisten Wohnungen und Autos von fünf Mitgliedern der salafistischen Szene in Berlin durchsucht. Die Männer stehen im Verdacht, Corona-Soforthilfen für Kleinbetriebe bei der Investitionsbank Berlin (IBB) beantragt und teilweise auch erhalten zu haben, obwohl sie keinen Anspruch darauf hatten, hatte damals die Polizei berichtet. Die Verdächtigen seien teilweise dem inneren Kreis der mittlerweile verbotenen Fussilet-Moschee zuzurechnen.

Vor rund zwei Wochen hatten Polizei und Staatsanwaltschaft zudem einen weiteren Verdachtsfall ans Licht gebracht. Ein Mann soll mit Komplizen in nur einem Monat 145.000 Euro Soforthilfen erschlichen haben – und kam in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft mitgeteilt hatte.

RND/seb