Samstag , 24. Oktober 2020
Die Hamburger Polizei begleitet Schwäne sicher über die Straße - und sorgt mit einem vermeintlich harmlosen Satz für Ärger. Quelle: Twitter/Polizei Hamburg

“Helfen auch schwarzen Schwänen”: Hamburgs Polizei sorgt mit Tierrettungs-Tweet für Empörung

Die Polizei in Hamburg begleitet eine Schwanenfamilie sicher über die Straße und postet ein Foto der Rettungsaktion auf Twitter. Die Bildunterschrift sorgt jedoch für Kopfschütteln. Inzwischen wurde das Foto wieder gelöscht.

Hamburg. Die Polizei in Hamburg hat mit einem niedlichen Schwanenfoto für Aufsehen gesorgt. Beim tierischen Rettungseinsatz im Hamburger Stadtteil Billstedt begleiten die Beamten eine verirrte Schwanenfamilie sicher über die Straße. In ihrem Einsatzbericht beweisen die Polizisten durchaus Humor: “Die Schwaneneltern hatten offensichtlich weder Geld für Busfahrkarten noch wussten sie so genau, wo sie sind oder wohin sie wollen.” Von der Polizei habe die Schwanenfamilie kurzerhand “Begleitschutz” erhalten.

 

“Hilfe auch für schwarze Schwäne”

Das Foto der vermeintlich harmlosen Aktion sorgte auf Twitter jedoch für mächtig Ärger. Zu dem Tweet schreiben die Beamten auch den Satz: “Hätten wir übrigens auch für schwarze Schwäne gemacht.”

Die Reaktion eines Nutzers, wonach der Hinweis am Tweet-Ende völlig indiskutabel sei, weist die Polizei per Kommentar zurück: “Der letzte Satz ist eine Selbstverständlichkeit, deren Betonung uns aber heute ein besonderes Anliegen war.” Aktuell gäbe es Stimmen, die behaupteten, die Polizei würde ihre Maßnahmen am äußeren Erscheinungsbild eines Individuums ausrichten. Das sei nicht der Fall.

Rassismusvorwürfe bei der Polizei “lächerlich” gemacht

Die Kritik vieler Twitter-User kann das jedoch nicht besänftigen. Ein anonymer Nutzer bemängelt, dass die Polizei mit ihrem Tweet überhaupt erst auf einen Unterschied zwischen schwarz und weiß hinweise. Andere fühlen die Debatte über Rassismus bei der Polizei ins Lächerliche gezogen. Ein weiterer Nutzer bemängelt, man könne die Rassismusvorwürfe nicht einfach leugnen.

Nur rund eine Stunde nach Veröffentlichung des Fotos rudert die Hamburger Polizei ebenfalls auf Twitter mit einem Statement zurück. Darin heißt es, man habe deutlich machen wollen, dass die Polizei für alle da sei und mit dem Tweet niemanden verletzen wolle. Gleichwohl habe man die Sensibilität des Themas und die Wirkung des Tweets unterschätzt. Das ursprüngliche Foto habe man daher inzwischen wieder gelöscht.

Neben den vielen negativen Kommentaren erntet die Polizei aber auch positives Feedback für die Hilfsaktion selbst. Eine Nutzerin bedankt sich für den liebevollen Einsatz:

Immerhin für die Schwäne ging der Ausflug glimpflich aus: Der Polizeimeldung zufolge wurde die Familie mit sechs Jungtieren weg von der Straße zu einem nahe gelegenen Bach gebracht. Noch mal Schwan gehabt.

Von Maximilian Arnhold/RND