Donnerstag , 1. Oktober 2020
Menschen stehen vor einem geplünderten Geschäft in der Marienstraße in Stuttgart. Quelle: Julian Rettig/dpa

Randalierer in Stuttgart richteten wohl Millionenschaden an

In einer beispiellosen Gewaltorgie ziehen junge Leute in der Nacht zum Sonntag marodierend durch Stuttgart. Inzwischen kann die Polizei den dabei entstandenen Schaden grob beziffern.

Stuttgart. Der Stuttgarter Polizeivizepräsident Thomas Berger beziffert den Schaden durch marodierende Gruppen in Stuttgart auf einen sechs- bis siebenstelligen Betrag. Das sagte der Leiter des Polizeieinsatzes während der nächtlichen Randale in einem Interview mit dem Journalisten Gabor Steingart. Mehrere Hundert junge Männer hatten in der Nacht zum Sonntag in Kleingruppen 40 Läden beschädigt und zum Teil geplündert. Zwölf Streifenwagen wurden demoliert.

19 Polizisten wurden infolge „total enthemmter Gewalt“ verletzt, einer davon brach sich das Handgelenk, wie Berger erläuterte. Auslöser war die Drogenkontrolle eines 17-Jährigen, mit dem sich gleich mehrere Hundert Menschen solidarisierten.

“Es gibt großes Unverständnis in der Belegschaft”

Zu den möglichen Hintergründen gab Berger mehrere Hinweise: Die Täter hätten sich in sozialen Medien in Pose setzen wollen und skandiert: “Endlich ist in Stuttgart was los”. Zudem hätten die Corona-Einschränkungen dazu geführt, dass junge Menschen sich zunehmend im öffentlichen Raum träfen. Diese Gruppe reagiere auf normale polizeiliche Ansprache sehr aggressiv.

Schließlich hätten die Rassismusvorwürfe gegen die US-Polizei auch zu Unmut hierzulande geführt. Zur Stimmung in der Polizei sagte Berger: “Es gibt großes Unverständnis in der Belegschaft, warum es Teile der Gesellschaft gibt, die uns das antun.”

RND/dpa