Sind so kleine Füßchen: In einem polnischen Dorf wurde erstmals seit zehn Jahren ein männliches Baby geboren. Die Gemeinde ist aus dem Häuschen. (Symbolfoto)

Nach zehn Jahren: Erster Junge im Dorf der Mädchen geboren

Alle im polnischen Dorf Miejsce Odrzanskie freuen sich über Bartosz. Das Baby ist der erste Junge, der hier seit zehn Jahren geboren wurde. Die Mädchen der Jugendfeuerwehr haben sogar schon eine Aufgabe für Bartosz.

Miejsce Odrzanskie. Bartosz ist da – und ein polnisches Dorf erlebt mit der Geburt des Jungen zweierlei: Das erste männliche Baby seit zehn Jahren und das Ende eines Alleinstellungsmerkmals. In den vergangenen zehn Jahren wurden in Miejsce Odrzanskie nur Mädchen geboren.

Die Mutter hatte es von Anfang an gewusst, hatte das Gefühl, dass es ein Junge wird. “Ich habe wirklich nicht gedacht, dass die Geburt so ein großes Ereignis wird”, sagte Anna Milek bei “tagesschau.de”. “Ich dachte, ich entbinde in Ruhe und kehre nach Hause zurück, aber schon im Krankenhaus haben sie mir alle gratuliert.”

Die Eltern legten sich kein Beil unters Bett

Ob des ausbleibenden männlichen Nachwuchses machte der Aberglaube im Dorf die Runde. Alte Wundermittel wurden ins Gedächtnis gerufen: Eine Axt müsse man unters Bett legen, wenn es ein Bub werden soll, ein Blümchen unterm Bett sichert einem ein Mädchen zu. Milek und ihr Mann verzichteten darauf. Man sei nur in der Kirche gewesen und habe für himmlischen Beistand gebetet.

Blumen und Spielzeug und ein blaues Töpfchen gab es für den Neuankömmling. Der Bürgermeister von Miejsce Odrzanskie überreichte einen Gutschein in Höhe von 340 Euro an die Mutter. Man ist glücklich, seither habe es trotz Pandemie nur Aufschwungbotschaften gegeben. Das allgegenwärtige Thema Corona sei etwas ins Hintertreffen geraten. Und so wurde sogar ein eigenes T-Shirt für Bartosz gedruckt: “Erster Junge seit zehn Jahren”.

Der Feuerwehrchef rechnet fest mit einem kleinen Feuerwehrmann

Und wie es so ist mit Hähnchen im Korbe – man reißt sich um sie. Der örtliche Feuerwehrchef Tomasz Golasz rechnet fest mit Bartosz’ Eintritt in die Jugendbrigade.

Die ist derzeit fest in weiblicher Hand. Klar, auch die Mädchen können sich einen Jungen mit dem roten Plastikhelm an ihrer Seite vorstellen. Die achtjährige Lilanna Kicler hat sogar schon konkrete Aufgaben für Jungs: “Sie könnten helfen, wenn der Schlauch undicht ist oder wenn man es nicht schafft, alleine aus so einem großen Schlauch das Wasser zu spritzen.”

RND/big