Donnerstag , 1. Oktober 2020
Auf Polizisten, die vor dem Wohnkomplex an der Groner Landstraße in Göttingen stehen, sehen sich einer Gruppe junger Männer gegenüber, die sich hinter einem Zaun versammelt hat. Quelle: Stefan Rampfel/dpa

Corona-Randale in Göttingen: Erste Festnahme

Rund 700 Bewohner dürfen einen Wohnkomplex in Göttingen seit Tagen nicht verlassen, das ganze Gebäude steht unter Quarantäne. Am Samstagnachmittag eskaliert die Situation, Bewohner greifen Polizisten an. Jetzt gibt es eine Festnahme.

Göttingen. Nach den Ausschreitungen an einem unter Quarantäne stehenden Wohnkomplex in Göttingen hat es eine Festnahme gegeben. Ein Tatverdächtiger sei am frühen Sonntagabend auf dem Gelände wiedererkannt und festgenommen worden, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Der Mann sei zur Dienststelle mitgenommen und nach Feststellung seiner Personalien entlassen worden. Weitere Details lagen zunächst nicht vor. Bei den Ausschreitungen wurden am Samstag acht Polizeibeamte verletzt, die Einsatzkräfte wurden nach Polizeiangaben mit Flaschen, Steinen, Metallstangen, Haushaltsgegenständen und Pyrotechnik beworfen.

Bereits seit Donnerstag dürfen die rund 700 Bewohner die Gebäude nicht mehr verlassen. Zuvor waren rund 120 von ihnen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben der Stadt leben die Menschen unter prekären Verhältnissen, die Wohnungen sind nur 19 bis 39 Quadratmeter groß – teils sind hier Familien mit vier Kindern untergebracht.

Weitere Testungen ohne Zwischenfälle

Am Sonntag wurden die Testungen der Bewohner fortgesetzt, laut Stadt verlief dies ohne Zwischenfälle. Ergebnisse werden am Montagabend erwartet. In der Nacht war es nach Polizeiangaben ruhig.

Erst im Mai war es im 18-geschossigen Iduna-Zentrum am nördlichen Rand der Göttinger Innenstadt zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Nach Behördenangaben hatten dort Mitglieder mehrerer Familien bei privaten Feiern die Hygiene- und Abstandsregeln verletzt. Schulen wurden für zwei Wochen geschlossen und öffneten erst am Montag wieder.

RND/dpa