Polizisten stehen vor einem unter Quarantäne gestellten Wohngebäude in der Göttinger Innenstadt. Quelle: Swen Pförtner/dpa

Corona-Hochhaus in Göttingen: Acht Polizisten durch Latten, Steine und Pyrotechnik verletzt

700 Bewohner dürfen einen riesigen Wohnkomplex in Göttingen nach einem Corona-Ausbruch seit Tagen nicht verlassen – das ganze Gebäude steht unter Quarantäne. Am Samstagnachmittag eskaliert die Situation, es kommt zu Angriffen auf Polizisten. Einen Tag später ziehen die Einsatzkräfte Bilanz.

Göttingen. Nach Angriffen auf Polizisten am Samstag hat sich die Lage an einem wegen Corona unter Quarantäne stehenden Gebäudekomplex in Göttingen wieder beruhigt. Das sagte Polizeipräsident Uwe Lührig bei einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag. Bei den Angriffen waren nach seinen Angaben acht Polizisten verletzt worden, drei seien nicht mehr dienstfähig.

Am Samstagnachmittag hatten mehrere Bewohner versucht, einen zur Absperrung aufgestellten Bauzaun zu durchbrechen und von dem Gelände zu kommen. Dabei seien Polizisten mit Flaschen, Steinen, Metallstangen, Holzlatten und Pyrotechnik beworfen worden. Der daraus resultierende Polizeieinsatz sei “absolut gerechtfertigt” gewesen, betonte Polizeipräsident Lührig - unter anderem setzte die Polizei “massiv Reizgas” ein. Er habe “kein Verständnis” für die Angriffe auf Polizisten. Es gebe umfangreiches Videomaterial, das ausgewertet werde. Ermittelt werde wegen schweren Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Widerstand und Sachbeschädigung.

Der Gebäudekomplex mit seinen knapp 700 Bewohnern steht seit Donnerstag vollständig unter Quarantäne. Das heißt, dass seitdem kein Bewohner das Gebäude verlassen durfte. Seit Donnerstag waren bei knapp 120 Menschen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt worden.

RND/seb/dpa