Montag , 28. September 2020
Rheda-Wiedenbrück: Ein Soldat der Bundeswehr blickt auf das Logo der Firma Tönnies. Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies sind mittlerweile über 1000 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Die Corona-Reihenuntersuchungen auf dem Gelände wurden am Samstag fortgesetzt. Bundeswehrsoldaten unterstützen die Maßnahmen. Quelle: David Inderlied/dpa

Pressekonferenz im Livestream: Tönnies zu Corona-Ausbruch in Schlachtbetrieb

Tausende in Quarantäne, mehr als 1000 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. Der größte Schlachtbetrieb Deutschlands ist mittlerweile ein Corona-Hotspot. Verfolgen Sie hier die Pressekonferenz des Unternehmens im Livestream.

Der Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies in Nordrhein-Westfalen droht außer Kontrolle zu geraten. Am Samstag wurde der Betrieb für 14 Tage geschlossen, zu diesem Zeitpunkt waren 1029 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Die Landesregierung will am Sonntag weitere Maßnahmen beraten. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), der vom bisher größten Infektionsausbruch in NRW sprach, schließt einen regionalen Lockdown nicht aus. Politik und Verbraucherschützer erhöhen derweil den Druck auf die Schlachtbranche, den Preiskampf bei Arbeitsbedingungen und Fleisch im Supermarkt zu unterbinden.

Tönnies hat nun kurzfristig für 17.30 Uhr zu einer Pressekonferenz vor ihrem Verwaltungsgebäude in Rheda-Wiedenbrück eingeladen. Die Unternehmensführung will sich zur aktuellen Situation äußern. Verfolgen Sie die Stellungnahme hier im Livestream:

Der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, sagte am Samstagnachmittag, insgesamt lägen 3127 Corona-Befunde vor. Die Fabrik in Rheda-Wiedenbrück ist Deutschlands größter Fleischbetrieb, der nun für zwei Wochen geschlossen werde, sagte der Leiter des Krisenstabes, Thomas Kuhlbusch. Die Behörden hatten große Probleme, an die Adressen der Mitarbeiter zu kommen.

Deshalb hätten sich der Kreis und der Arbeitsschutz Zugriff auf die Personalakten der Firma Tönnies verschafft. “Das Unternehmen hatte es nicht geschafft, uns alle Adressen zu liefern”, sagte Landrat Adenauer. “Das Vertrauen, das wir in die Firma Tönnies setzen, ist gleich null”, so Kuhlbusch. Eine Reaktion von Tönnies wird nun mit Spannung erwartet.

RND/ka