Mittwoch , 23. September 2020
Cetin Gültekin hat seinen Bruder Gökhan bei dem Anschlag in Hanau verloren. Quelle: Getty Images

Riesiges Graffito erinnert an Opfer des Anschlags von Hanau

Am nördlichen Mainufer von Frankfurt wird nun großflächig der Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau gedacht. Das Gemälde zeigt die Köpfe der neun Menschen, die im Februar ermordet wurden. Das Graffito soll an das Leid erinnern, das Rassismus anrichtet.

Frankfurt/Main. Ein großformatiges Graffito erinnert künftig an die neun Todesopfer des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau. Es befindet sich an einem Pfeiler der Friedensbrücke am nördlichen Mainufer in Frankfurt und wurde am Freitag vorgestellt, genau vier Monate nach der Tat. Ein Frankfurter Künstlerkollektiv hat es angefertigt, zu sehen sind die Gesichter der Opfer neben den Worten “Rassismus tötet” und “Niemals vergessen”.

In einem Statement der Künstler hieß es, das Bild solle zeigen, dass die Opfer unvergessen seien. Zugleich kritisierten sie, der Staat schütze Betroffene nicht ausreichend vor rassistischer Gewalt, und forderten: “Niemand darf wegschauen.” Was in Hanau passiert sei, sei der Höhepunkt alltäglich erlebter, rassistischer Gewalt, die nicht ausreichend verfolgt und bekämpft werde.

Das Gemälde erinnert daran, welches Leid Rassismus anrichtet

Zur Vorstellung des 27 Meter breiten Wandbildes kamen auch Angehörige und legten Blumen nieder. Das Gemälde solle zeigen, welches Leid Rassismus anrichte, sagte der Bruder eines der Opfer, Cetin Gültekin. Er sagte, auch Parteien heizten Rassismus bewusst an, neben den Republikanern sei dies die Alternative für Deutschland (AfD).

Am 19. Februar hatte in Hanau ein 43 Jahre alter Deutscher neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Vor dem Anschlag hatte er Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht. Neben den neun jungen Menschen soll der 43-Jährige auch seine Mutter umgebracht haben, bevor er sich selbst tötete.

RND/dpa