Dienstag , 29. September 2020
Die Seebäderkaje an der Weser: Am Abend des 18. Juni wurde hier ein Auto mit zwei Leichen aus dem Wasser geborgen. Vermutlich handelt es sich um eine 46 Jahre alte Frau aus Kaiserslautern und ihre zehnjährige Tochter. Beide gelten seit dem 8. Juni als vermisst. Eine Obduktion soll für Klarheit sorgen. Quelle: Sina Schuldt/dpa

Zwei Tote in der Weser – Sind es vermisste Mutter und Tochter?

Aus der Weser wird ein Auto mit zwei Leichen geborgen. Zwar sind die Toten noch nicht obduziert, die Polizei findet aber den Ausweis einer Vermissten. Deren Spur und die ihrer Tochter verloren sich am 7. Juni in Bremerhaven.

Bremerhaven. Trauriges Ende eines Vermisstenfalls? Bei zwei Leichen, die in Bremerhaven samt Auto aus der Weser geborgen worden sind, handelt es sich nach Einschätzung der Polizei um eine vermisste Mutter und ihre zehnjährige Tochter. In dem Wagen seien Ausweisdokumente der 46-Jährigen aus Kaiserslautern gefunden worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Eine gerichtsmedizinische Bestätigung stehe noch aus, die Toten sollten in den nächsten Tagen obduziert werden. Unklar blieb zunächst, wie die beiden gestorben sind – und warum sie verschwunden waren. Die Ermittlungen dauern an.

Nach einer versäumten Rückkehr alarmiert der Vater die Polizei

Seit dem 8. Juni gelten die Frau aus Kaiserslautern und ihre Tochter, die seit der Trennung der Eltern beim Vater in Gammertingen in Baden-Württemberg lebt, als vermisst. Seit Ende Mai sei das Mädchen bei seiner Mutter in Kaiserslautern zu Besuch gewesen – so hätten die Eltern es verabredet, teilte die Polizei mit. Dann habe die 46-Jährige ihre Tochter aber nicht wie vereinbart zurückgebracht. Weil der Vater die beiden telefonisch nicht erreichte, habe er die Polizei alarmiert.

Die Polizei in Kaiserslautern hatte schon vor einigen Tagen gewarnt, eine Gefahr für Mutter und Tochter oder ein Unglücksfall könnten nicht ausgeschlossen werden. Die 46-Jährige sei überwiegend auf einen Rollstuhl und möglicherweise auf medizinische Versorgung angewiesen.

Seit Samstag lief eine bundesweite Fahndung

Eine Sonderkommission ermittelte zunächst im Umfeld der Vermissten, schließlich führte die Spur nach Norddeutschland, wie die Behörde mitteilte. Seit dem vergangenen Samstag wird bundesweit nach den Vermissten gefahndet. Sonarboote, Taucher, Suchhunde, Hubschrauber und ein Flugzeug unterstützten die Suche.

Zuletzt gesehen wurden Mutter und Tochter den Angaben zufolge in einem Schnellrestaurant sowie an einer Tankstelle in Bremerhaven. Für das Wochenende 6./7. Juni hatten sie ein Hotelzimmer in Bremerhaven gebucht. Vermutlich besuchten sie sowohl am Samstag als auch am Sonntag den Zoo am Meer, wie die Polizei schätzte. Ab Sonntag verlor sich ihre Spur.

Spezialboot ortete ein Auto in der Weser

Schließlich ortete ein Spezialboot der Hafengesellschaft BremenPorts am Donnerstagnachmittag ein Auto in der Weser, am Abend wurde der Wagen schließlich aus dem Wasser an der Seebäderkaje geborgen. Darin: zwei Tote, eine erwachsene Frau und ein Mädchen. Nach dem Fund ging die Polizei bereits davon aus, dass der Wagen „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ der 46-Jährigen gehöre. Mutter und Tochter waren in einem grauen Renault Laguna von 2002 unterwegs.

Das Auto sei sichergestellt und solle von Kriminaltechnikernuntersucht werden, kündigte die Polizei an. Wann die Ergebnisse der Obduktion und der kriminaltechnischen Untersuchung vorliegen – das kann nach Polizeiangaben „zurzeit nicht abgeschätzt werden“.

RND/dpa