Ein unter Quarantäne gestellter Wohnblock ist am Abend zu sehen. Unter den vermutlich mehreren Hundert Bewohnern des Wohnblocks im nördlichen Berlin-Neukölln ist es zu 85 Corona-Fällen gekommen. Quelle: Christoph Soeder/dpa

Inzwischen 85 Corona-Infektionen in Berliner Wohnblöcken

In den unter Quarantäne gestellten Wohnblöcken in Berlin ist die Zahl der Corona-Infektionen weiter gestiegen. Wie der Bezirk am Donnerstag mitteilte, werden dem Ausbruch 85 Fälle zugerechnet. Da noch Tests bei Bewohnern der betroffenen Häuser laufen, wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet.

Berlin. Die Zahl der Corona-Infektionen in den unter Quarantäne gestellten Wohnblöcken in Berlin-Neukölln ist weiter gestiegen. Dem Ausbruch werden nun 85 Fälle zugerechnet, wie der Bezirk am Donnerstagnachmittag mitteilte. Das sind 15 Fälle mehr als am Vortag bekannt waren. Unter den Infizierten seien 36 Kinder und Jugendliche, hieß es. 75 Kisten mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln seien zur Versorgung erster Haushalte verteilt worden.

Mit einem weiteren Anstieg der Fallzahl wird gerechnet, da noch Tests bei Bewohnern der betroffenen Häuser laufen. Bisher wurden in dem Zusammenhang laut Bezirksstatistik 440 Tests vorgenommen. Neukölln hat knapp 370 Haushalte an sieben Standorten unter Quarantäne gestellt, um eine Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu verhindern. Pro Haushalt leben einer bis zehn Bewohner - die genaue Zahl der Betroffenen ist nach Bezirksangaben unbekannt.

Aufgefallen war der Ausbruch am 5. Juni. Vermutet wird, dass er in Zusammenhang mit einer christlichen Gemeinde steht, deren Pfarrer an Covid-19 erkrankte. Unter den Gemeindemitgliedern seien zahlreiche Infizierte, sie hätten auch an einem Gottesdienst teilgenommen, hieß es. Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) hatte betont, der Ausbruch betreffe die "Schwächsten der Gesellschaft", für sie sei die Situation eine "Katastrophe".

RND/dpa