Samstag , 19. September 2020
Der Goldschatz von Forrest Fenn, bevor er ihn versteckt hatte. Quelle: picture alliance / AP Photo

Schatzsuche endet nach zehn Jahren: Dieser Kiste voll Gold waren Tausende auf der Spur

In den Rocky Mountains ist nach zehn Jahren eine moderne Schatzsuche zu Ende gegangen. Der exzentrische Millionär Forrest Fenn, der eine mit Gold gefüllte Truhe 2010 versteckt hatte, gab bekannt, dass ein Mann den Schatz gefunden habe. Mit Fotos will er jetzt auch die letzten Zweifler überzeugen.

Als er verkündete, dass sein versteckter Millionenschatz nach zehn Jahren von einem anonymen Abenteurer aufgespürt wurde, schlug dem Kunst- und Antiquitätenhändler Forrest Fenn Skepsis entgegen. Der Tenor: Der exzentrische Millionär hatte der Welt einen Bären aufgebunden und die Kiste voller Goldnuggets, Münzen sowie prähistorischem und antikem Schmuck nie wirklich versteckt. Mit drei neuen Fotos, die er auf seiner Blogwebseite veröffentlichte, will Fenn jetzt das Gegenteil beweisen.

Die Bilder zeigen angeblich die Bronzekiste, kurz nachdem sie in den Rocky Mountains aufgespürt wurde. Sie ist verfärbt und verdreckt. Oben drauf liegt ein rostiger Schlüssel. Auf einem zweiten Foto ist Fenn zu Hause mit der inzwischen gesäuberten Kiste zu sehen. Auf einem Tisch hat er die Goldmünzen und metallenen Artefakte platziert. Ein drittes Bild zeigt ein stark verfärbtes, getrübtes Silberarmband am Handgelenk von Fenn.

Viele gaben ihre Arbeitsstelle wegen der Schatzsuche auf

Der 89-Jährige gab auf seinem Blog weitere Informationen über den Finder, den er ursprünglich nur als “einen Mann, der aus dem Osten der USA stammt”, bezeichnet hatte: “Die Schatzkiste wurde von jemanden gefunden, den ich nicht persönlich kenne und mit dem ich seit 2018 nicht mehr kommuniziert hatte. Der Finder will nichts dazu sagen und anonym bleiben. Ich habe schon immer gesagt, dass es am Ende ihm überlassen ist, ob er sagt, wer er ist und wo genau er den Schatz gefunden hat.” Was Fenn nicht erklärt – und warum Kritiker weiter ihre Zweifel haben –, ist, warum er jetzt wieder im Besitz der gefundenen Schatzkiste ist.

2010 hatte Fenn Hinweise zu dem Schatz in einem Gedicht gegeben, das in seiner Autobiografie “The Thrill of the Chase” (“Der Nervenkitzel der Jagd”) stand. Tausende machten sich auf die Schatzsuche. Viele gaben deswegen ihre Arbeitsstelle auf, andere verbrauchten ihre Ersparnisse, mindestens vier verloren bei der Jagd nach dem versteckten Schatz ihr Leben.

Auf die Frage, wie er sich nun fühle, da der Schatz gefunden ist, hatte Fenn der Zeitung “The New Mexican” gesagt: “Ich weiß nicht, zur Hälfte bin ich froh und zur anderen Hälfte etwas traurig, weil die Jagd vorbei ist.”

RND/sin/AP