01.06.2020, Belgien, Hasselt: Staatsanwalt Guido Vermeiren (l) und Kris Vandepaer von der föderalen Kriminalpolizei Limburg, nehmen an einer Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft Hasselt anlässlich der Entführung eines 13-jährigen Jungen teil. Ein 13-jähriger Junge ist in Belgien von schwer bewaffneten Kriminellen aus seinem Elternhaus entführt und erst nach 42 Tagen Geiselhaft wieder freigelassen worden. Quelle: Marc Dirix/BELGA/dpa

Entführung eines 13-Jährigen in Belgien: Verdächtige bleiben in Haft

Mitte April wurde ein 13-jähriger Junge in Belgien aus seinem Elternhaus verschleppt. Anfang Juni wurde er nach einer Lösegeldzahlung wieder freigelassen. Nun hat ein Gericht die Untersuchungshaft gegen drei Verdächtige verlängert.

Brüssel. Zwei Wochen nach der Freilassung eines entführten 13-jährigen Jungen in Belgien hat ein Gericht am Dienstag die Untersuchungshaft gegen drei Verdächtige verlängert. Sie sollen nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga an der Entführung des Kindes beteiligt gewesen sein, das 42 Tage in Geiselhaft gehalten worden war.

Der Junge war Mitte April von schwer bewaffneten und maskierten Gewalttätern aus seinem Elternhaus verschleppt worden und Anfang Juni wieder freigekommen. Inzwischen ist bekannt, dass er an drei verschiedenen Orten gefangen gehalten worden war. Vor der Freilassung flossen laut Belga 330 000 Euro Lösegeld.

Fall gibt immer noch Rätsel auf

Eine der drei Verdächtigen, deren Untersuchungshaft verlängert wurde, ist die Schwester eines in Belgien bekannten Islamisten, der ebenfalls an dem Verbrechen beteiligt gewesen sein soll. Insgesamt sind dem Bericht zufolge zehn Verdächtige mit Haftbefehlen belegt, ein 16-jähriger mutmaßlicher Mittäter wurde in ein Jugendheim gebracht.

Der Fall gibt immer noch Rätsel auf. Neben der Spur des 45-jährigen Islamisten hatten Medien auch öffentlich gemacht, dass der Vater und der Onkel des Opfers wegen internationalen Drogenhandels zu Gefängnisstrafen verurteilt worden waren. Im Laufe des Prozesses sei bekannt geworden, dass diese Verbrechen 30 Millionen Euro Gewinn eingebracht haben sollen. Das soll die Entführer zur Forderung nach fünf Millionen Euro Lösegeld angestachelt haben.

RND/dpa