Samstag , 19. September 2020
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat einen Strafbefehl gegen einen Schweinemäster aus der Region Hannover verhängt (Symbolbild). Quelle: Carmen Jaspersen/dpa

Mehr als 1200 Tiere tot: Bauer lässt Schweine verhungern und verdursten

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat einen Strafbefehl gegen einen Schweinemäster aus der Region Hannover verhängt. Der 28-Jährige hat 1208 Tiere verhungern und verdursten lassen. Im Dezember wurden die verendeten Tiere in einer Schweinemastanlange gefunden.

Oldenburg. Weil ein Schweinemäster aus der Region Hannover 1208 Tiere verhungern und verdursten ließ, hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg einen Strafbefehl beantragt. Es werde keine Geldstrafe, sondern eine Freiheitsstrafe auf Bewährung für den 28-Jährigen gefordert, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag.

In Neustadt am Rübenberge hatte der Mann eine Schweinemastanlage im Ortsteil Mardorf gepachtet. Der Vater des Jungbauern entdeckte dort im Dezember Hunderte verendeter Tiere und alarmierte die Behörden. Ermittler kamen zu dem Schluss, der Sohn habe die Schweine bewusst und gewollt nicht ausreichend versorgt. So verhungerten und verdursteten sie. Die Staatsanwaltschaft wertete dies als Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes.

Strafbefehl kann Gerichtsverfahren verkürzen

Über den Strafbefehl muss das Amtsgericht in Neustadt entscheiden. Ein Strafbefehl kann Gerichtsverfahren verkürzen. Wenn der Beschuldigte ihn akzeptiert, muss keine Hauptverhandlung mehr stattfinden. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ist zentral für alle Landwirtschaftsstrafsachen in Niedersachsen zuständig.

RND/dpa