Sonntag , 27. September 2020
Die Britin Madeleine McCann lächelt auf einem undatierten Kinderfoto vor ihrem Verschwinden vor 13 Jahren. Im Fall des vor gut 13 Jahren in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Madeleine "Maddie" McCann steht ein 43 Jahre alter Deutscher unter Mordverdacht. Quelle: Uncredited/AP/dpa

Fall Maddie: Deutsche Ermittler schrieben mehrmals an die Eltern

Im Fall der verschwundenen Maddie McCann haben deutsche Ermittler erneut Kontakt zu den Eltern aufgenommen. Anfang Juni hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig überraschend mitgeteilt, dass ein 43-Jähriger unter Mordverdacht stehe. Die Ermittler schrieben Maddies Eltern allerdings nicht direkt an, sondern informierten die britischen Behörden über den aktuellen Stand.

Braunschweig. Im Fall der seit mehr als 13 Jahren verschwundenen Maddie haben deutsche Ermittler erneut Kontakt zur Familie McCann in Großbritannien aufgenommen. “Wir haben den Eltern noch einmal geschrieben”, sagte Staatsanwalt Hans Christian Wolters am Dienstag. Zu den Details äußere er sich aber nicht. Die Braunschweiger Strafverfolgungsbehörde reagierte damit auf britische Medienberichte, nach denen in dem Schreiben der Tod des Mädchens bestätigt worden sei, jedoch ohne Details zum Beweis dafür. “Die Staatsanwaltschaft hat sich zum Inhalt des Schreibens zu keinem Zeitpunkt geäußert und wird dies auch nicht tun”, sagte Wolters.

Das damals dreijährige britische Mädchen, Madeleine McCann, verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Apartmentanlage im portugiesischen Praia da Luz. Mehr als 13 Jahre später teilten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anfang Juni überraschend mit, dass ein wegen anderer Delikte inhaftierter 43-jähriger Deutscher unter Mordverdacht stehe. Dazu hatte es in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ einen erneuten Zeugenaufruf gegeben.

Vor dieser Ausstrahlung habe sich die Staatsanwalt nach den Worten von Sprecher Wolters auch schon an die Eltern gewandt, um sie über den Aufruf und die Mordermittlungen zu informieren. Diese Kontakte seien aber nicht direkt, sondern liefen über die britische Polizei, sagte Wolters. „Soweit der vermeintliche Inhalt in verschiedenen Medien kursiert, stammen diese Informationen nicht von der Staatsanwaltschaft“, sagte er.

RND/dpa