Samstag , 26. September 2020
Der Chef der Wirtschaftsförderung kannte den Tatverdächtigen offenbar privat gut. Quelle: imago images/Kirchner-Media

Missbrauch in Münster: Chef der Wirtschaftsförderung freigestellt

Im Missbrauchsfall von Münster hat die Stadt mit sofortiger Wirkung den Chef der Wirtschaftsförderung, Thomas Robbers, von seinen Aufgaben entbunden. Grund dafür soll eine nahe private Verbindung mit dem Hauptverdächtigen sein. Robbers hatte dem Mann sein Ferienhaus zur Verfügung gestellt, auch ein Opfer hielt sich dort auf.

Münster. Die Stadt Münster hat den Chef der Wirtschaftsförderung, Thomas Robbers, mit sofortiger Wirkung freigestellt – weil er eine zu nahe private Verbindung zum Hauptverdächtigen im Missbrauchsskandal haben soll. Das melden die “Westfälischen Nachrichten”.

Die Personalie wurde am Montagabend per Dringlichkeitsentscheid getroffen. Eine strafrechtlich relevante Verbindung zu dem Missbrauchsfall, in dem bereits elf Verdächtige festgenommen wurden, gebe es aber nicht.

“Münsters Ansehen und das Vertrauen in die städtischen Institutionen standen auf dem Spiel und sind durch diese Dringlichkeitsentscheidung des Rates vor Schaden bewahrt worden”, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe dem Blatt. Lewe soll vor Kurzem den Hinweis bekommen haben, dass es einen sehr engen und dauerhaften privaten Umgang mit dem Hauptverdächtigen Adrian V. gegeben haben soll – Robbers soll ihm das auch bestätigt haben.

Tatverdächtige und Opfer hielten sich im Ferienhaus von Robbers auf

Offenbar geht es vor allem um eine Wohnung von Robbers in Belgien. Dort soll sich der Hauptverdächtige Adrian V. mindestens viermal aufgehalten haben. Auch dessen Mutter, die ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt sowie ein zehnjähriges Missbrauchsopfer sollen sich laut der “Westfälischen Nachrichten” dort aufgehalten haben. Die Zeitung meldet ebenfalls, dass das Ehepaar Robbers sich sofort nach Bekanntwerden des Missbrauchsfalls an die Staatsanwaltschaft gewandt hatte.

RND/msk