Montag , 28. September 2020
Die 29-Jährige gab an, mit ihrem Sohn überfordert gewesen zu sein. Quelle: Marius Becker/dpa

Mutter soll Zweijährigen bewusst verdurstet haben lassen

Sie legte ihren zweijährigen Sohn in ein Bett, richtete einen Heizlüfter auf ihn und überließ ihn zwei Tage lang seinem Schicksal. Das Kind starb durch Flüssigkeitsmangel und Hitzeeinwirkung. Die Mutter steht nun vor Gericht, die Anklage wirft ihr “böswillige Vernachlässigung” und bewusste Tötung vor.

Mönchengladbach. Nach dem qualvollen Tod eines Zweijährigen hat am Montag vor dem Landgericht Mönchengladbach der Prozess gegen die Mutter begonnen. Laut Anklage soll die 29-jährige Frau im April 2019 den Jungen abends in das Kinderbett gelegt und einen Heizlüfter darauf gerichtet haben. “Bewusst und gewollt” soll sie ihren Sohn seinem Schicksal überlassen haben, so die Staatsanwaltschaft. Erst am übernächsten Tag schaute die Mutter demnach wieder nach dem kleinen Jungen.

Die von ihr alarmierten Rettungskräfte konnten nur noch den Tod feststellen. Nach den Untersuchungsergebnissen der Rechtsmedizin starb das Kind an Flüssigkeitsmangel in Verbindung mit erheblicher Hitzeeinwirkung.

Mutter gab bei der Polizei an, aus verschiedenen Gründen überfordert gewesen zu sein

Die Staatsanwaltschaft wirft der jungen Frau unter anderem Totschlag durch Unterlassen vor. Laut Anklageschrift starb das Kind „durch böswillige Vernachlässigung“ der mütterlichen Pflicht. Die Angeklagte will sich den Angaben ihrer Verteidigers zufolge erst zu einem späteren Termin äußern.

Die Staatsanwältin verwies im Prozess auf frühere Angaben der Angeklagten bei der Polizei, dass sie sich in einer „Überforderungssituation aus verschieden Gründen“ befunden habe. Die Ursachen seien zum Teil krankheitsbedingt.

RND/dpa