Dienstag , 22. September 2020
Atlanta: Eine Künstlerin malt auf dem Parkplatz des Schnellrestaurants «Wendy's», der zum Ort von Polizeigewalt und einer Tötung wurde, ein Bild des Opfers. Quelle: Steve Schaefer/Atlanta Journal-C

Atlanta: Staatsanwalt will diese Woche über Anklage entscheiden

In Atlanta wurde ein 27-jähriger Schwarzer von einem Polizisten erschossen. Der Fall wühlt den Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA wieder auf. Noch diese Woche will der Staatsanwalt entscheiden, in welchen Punkten Anklage erhoben werden könnte.

Washington. Nach einem tödlichen Polizeieinsatz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia will die Staatsanwaltschaft in dieser Woche über mögliche Anklagepunkte entscheiden. Zuvor sollten noch zwei Zeugen gehört werden, erklärte der Bezirksstaatsanwalt Paul Howard am Sonntag in einer Mitteilung.

Ein weißer Polizist hatte am Freitagabend auf einem Parkplatz eines Schnellrestaurants den Schwarzen Rayshard Brooks niedergeschossen, der sich nach Angaben des Kriminalamts in Georgia (GBI) zuvor seiner Festnahme widersetzt und einem der Beamten seine Elektroschockpistole (Taser) abgenommen hatte. Der 27-Jährige starb in einem Krankenhaus.

Brooks Tod hatte die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt weiter angefacht, die seit der Tötung des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis (Minnesota) nicht abreißen.

Der Staatsanwalt sagte dem TV-Sender CNN, Brooks schien für niemanden eine Bedrohung dargestellt zu haben. “Die Tatsache, dass es bis zu seinem Tod eskaliert ist, erscheint einfach unangemessen”, sagte Howard den Angaben des Senders zufolge. Möglich sei eine Anklage wegen Mordes oder fahrlässiger Tötung.

RND/dpa