Gorillas gelten als höchst intelligente und soziale Tiere. Quelle: Joachim Kloock/Zoo Rostock

Gorilla greift offenbar Wilderer an – und wird mit Speer getötet

In Uganda hat ein Silberrücken offenbar vier Wilderer angegriffen, die auf der verbotenen Jagd im Bwindi Nationalpark waren. Einer der festgenommenen Männer gestand die Tötung des seltenen Tieres. Den Wilderern, die es nicht auf den Menschenaffen abgesehen hatten, droht nun eine lebenslange Haftstrafe.

Kampala. Der für seine Gorillas bei Touristen beliebte Bwindi Impenetrable Nationalpark in Uganda kommt nicht zur Ruhe. Nachdem im April 17 Menschen, vor allem Ranger, in einem Massaker getötet wurden, wurde nun auch ein Silberrücken Opfer von Wilderern. Die Behörden hatten bereits vor einer Zunahme der Wilderei in der Corona-Pandemie gewarnt. Durch ausbleibende Touristen haben die Verbrecher eine höhere Chance, nicht entdeckt zu werden.

Anfang Juni verschwand Gorilla Rafiki, ein beliebter und seltener Silberrücken, der mit seiner von ihm angeführten Gruppe im Bwindi Impenetrable Nationalpark an der Grenze zu Ruanda lebte. In dem Park, der im Regenwald liegt, leben 459 von weltweit 1063 verbliebenen Berggorillas. Die Tiere gelten als äußerst intelligent und sind dem Menschen sehr ähnlich.

Der Gorilla war offenbar nicht das Ziel der Wilderer

Rafiki, der rund 25 Jahre alt war, wurde vermutlich mit einem Speer umgebracht: Eine Obduktion hatte ergeben, dass ein spitzer Gegenstand in seine Organe gerammt wurde. Nun wurden vier Wilderer festgenommen, die in den Tod des Menschenaffen verwickelt sein sollen, meldet die staatliche Tierschutzorganisation “Uganda Wildlife Authority”.

Es war das erste Mal seit 2011, dass ein Gorilla durch einen Speer starb. Einer der festgenommen Wilderer gestand, den Menschenaffen getötet zu haben. Er sei mit den drei anderen Wilderern im Park auf der Jagd gewesen, als Rafiki die Gruppe angriff. Daraufhin hätten sie ihn in Notwehr getötet. Im Haus des Mannes wurde Buschfleisch gefunden und mehrere Jagdgeräte. Die Männer sollen sich nun unter anderem wegen des Besitzes von wildlebenden Tieren sowie der Tötung einer bedrohten Tierart verantworten müssen.

Wilderer jagen eher selten Gorillas direkt, weshalb die Aussage des verhafteten Mannes glaubwürdig erscheint. Normalerweise werden eher Tiere wegen ihres Fleisches Opfer, etwa Antilopen oder aber Tiere wie Nashörner und Elefanten aufgrund von Horn und Stoßzähnen, die auf dem illegalen Weltmarkt viel Geld einbringen. Gorillas und andere seltene Tiere werden aber häufig mit hineingezogen, etwa indem sie in Fallen treten, die für Antilopen aufgestellt wurden.

Von Miriam Keilbach/RND