Freitag , 25. September 2020
Nach dem Tod eines Kindes in Grevenbroich muss sich nun dessen Mutter vor Gericht verantworten.

Zweijähriges Kind verdurstet – Mutter steht vor Gericht

Ein zweijähriges Kind ist im April 2019 in Grevenbroich gestorben. Die Mutter soll einen Heizlüfter vor das Kinderbett gestellt und das Kind fast zwei Tage nicht versorgt haben. Nun beginnt der Prozess.

Mönchengladbach. Eine junge Mutter soll ihr Kleinkind (2) nahezu zwei Tage unbetreut vor einem Heizlüfter liegen gelassen haben. Der Junge verdurstete. Mehr als ein Jahr später steht die junge Frau ab Montag (15.6., 12.15 Uhr) in Mönchengladbach vor Gericht, wie ein Sprecher des Landgerichts mitteilte. Ihr wird von der Anklage unter anderem Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen.

Am Abend des 14. April 2019 habe die 29-jährige Mutter ihrem Kind noch Essen und Trinken gegeben, es gewindelt und in einem Schlafsack in sein Kinderbett in einer Grevenbroicher Wohnung gelegt. Daraufhin habe sie einen Heizlüfter auf eine hohe Stufe eingestellt und so hingestellt, dass er auf das Bett gerichtet gewesen sei.

Kind starb an Flüssigkeitsmangel

Erst am Mittag des 16. Aprils soll die Mutter wieder nach dem Kind geschaut und es leblos vorgefunden haben. Die von ihr alarmierten Rettungskräfte hätten nur noch den Tod des kleinen Jungen feststellen können. Laut Rechtsmedizin sei das Kind aufgrund Flüssigkeitsmangels in Verbindung mit erheblicher Hitzeeinwirkung gestorben.

Warum der kleine Junge laut den Ermittlungsergebnissen nahezu zwei Tage nicht versorgt wurde, war zunächst unklar. Die Mutter hat laut den Gerichtsangaben ein weiteres Kind und befindet sich derzeit nicht in Untersuchungshaft. Die Angeklagte lebte mit ihrem Ehemann, dem Vater des verstorbenen Kindes, in der gemeinsamen Wohnung.

RND/dpa