Dienstag , 22. September 2020
Mit einem Elektro Tretroller fährt ein Mann durch die Fußgängerzone. Quelle: Oliver Berg/dpa

Städte fordern weitere Sicherheitsregelungen für E-Scooter

Ein Jahr lang prägen die E-Scooter nun schon das Bild vieler Städte. Diese fordern nun jedoch mehr Regeln für die Elektro-Flitzer. Insbesondere Ältere, Menschen mit Behinderungen und Kinder sollen sich auch künftig angstfrei bewegen können.

Berlin. Ein Jahr nach der Zulassung von Elektro-Tretrollern im Straßenverkehr fordern die Städte zusätzliche Regelungen für mehr Sicherheit. „Für besonders stark besuchte Orte wie vor historischen Sehenswürdigkeiten und auf Plätzen mit vielen Menschen muss die Leistung der Roller auf Schrittgeschwindigkeit begrenzt werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, der Deutschen Presse-Agentur. Insbesondere Ältere, Menschen mit Behinderungen und Kinder müssten sich dort auch künftig angstfrei und geschützt bewegen können.

Außerdem brauche es ein Verkehrszeichen „Elektrokleinstfahrzeuge verboten“, damit städtische Behörden in sensiblen Bereichen eine Benutzung klar ausschließen könnten. „Heute kann auf E-Roller etwa im Umfeld des Münchener Oktoberfests nur freiwillig verzichtet werden“, sagte Dedy. Der Bund sollte eine für Ende des Jahres angekündigte erneute Novelle der Straßenverkehrsordnung nutzen, um diese zusätzlichen Maßnahmen für E-Tretroller zu ermöglichen.

Einführung vor genau einem Jahr

An diesem Montag ist es ein Jahr her, dass sogenannte E-Scooter für den Straßenverkehr zugelassen wurden. Die seit 15. Juni 2019 geltende Verordnung legt technische Voraussetzungen und Verhaltensregeln fest. Die Gefährte dürfen zwischen 6 und 20 Kilometer pro Stunde schnell sein. Gefahren werden muss auf Radwegen – gibt es keine, auf der Fahrbahn. Mehrere Verleihfirmen bieten E-Tretroller in Städten an.

„Der Start war auch etwas chaotisch, und mit den Anbietern mussten einige Regeln geklärt werden“, sagte Dedy. Ungeordnetes Abstellen der Roller, das anfänglich für viel Frust und Ärger sorgte, habe häufig ausgeräumt werden können. „Wir brauchen eine Verkehrswende hin zu weniger Emissionen, weniger Lärm und mehr Platz für das gesellschaftliche Zusammenleben im öffentlichen Raum“, sagte der Hauptgeschäftsführer. „Da stehen die E-Tretroller natürlich nicht im Mittelpunkt, aber ein bisschen können sie auch beitragen.“

RND/dpa