Freitag , 25. September 2020
Ein Zug in einem Bahnhof in NRW. Quelle: picture alliance/dpa

Betrüger lässt sich Hand von Zug abfahren, um Versicherungs-Millionen zu kassieren

Es klingt unglaublich: In NRW lässt sich ein Mann seine Hand von einem Zug abfahren, um Millionen von seinen Versicherungen zu kassieren. Doch die werden stutzig, genau wie die Polizei. Jetzt landete der Fall vor Gericht.

Dortmund. Nach dem Verlust einer Hand ist ein Mann aus dem Kreis Unna als Betrüger zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Nach Ansicht der Richter hatte sich der 45-Jährige selbst verstümmelt, um von mehreren Versicherungen eine Millionensumme zu kassieren. Das Amtsgericht Dortmund verurteilte ihn am Mittwoch deshalb zu zweieinhalb Jahren Haft. Der Verurteilte hatte die Vorwürfe im Prozess zurückgewiesen. Nach seiner Darstellung handelte es sich um einen Unfall. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Fest steht, dass der Arm des Angeklagten im Oktober 2018 im Bahnhof von Nordbögge von einem Zug überfahren wurde. Die Ärzte mussten anschließend die Hand des Patienten am Handgelenk amputieren. Noch aus dem Krankenhaus heraus soll der 45-Jährige Kontakt zu mehreren Versicherungsunternehmen aufgenommen haben. Zu diesem Zeitpunkt war er bei neun Gesellschaften unfallversichert. Die gesamte Auszahlungssumme hätte über sechs Millionen Euro betragen.

Während der Angeklagte angibt, auf dem Bahnsteig mit dem Tretroller seiner kleinen Tochter gestürzt und dann in den schmalen Spalt zwischen Zug und Bahnsteigkante geraten zu sein, geht das Gericht davon aus, dass Absicht im Spiel war. So hatte es im Prozess auch die Ex-Verlobte des 45-Jährigen erzählt. Die Frau wusste außerdem zu berichten, dass der Angeklagte schon einmal versucht haben soll, seine Hand zu verstümmelt: In einem Australien-Urlaub habe er mit einem Nagelbrett einen Krokodilbiss vorgetäuscht.

RND/dpa