Mittwoch , 28. Oktober 2020
Dieter Nuhr. Quelle: imago images/Future Image

Alles auf Anfang: Forschungsgemeinschaft stellt Beitrag von Dieter Nuhr wieder online

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft löscht den Audiobeitrag des Kabarettisten Dieter Nuhr von ihrer Homepage. Der reagiert empört, die Forschungsgemeinschaft entschuldigt sich daraufhin – und geht jetzt noch einen Schritt weiter.

Bonn. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einen zuvor entfernten Audiobeitrag von Dieter Nuhr wieder online gestellt. Dies sei mit Einverständnis des Kabarettisten erfolgt, teilte die Forschungsmeinschaft am Donnerstag in Bonn mit. Ein Sprecher sagte, man hoffe, den Streit damit gesichtswahrend für beide Seiten beigelegt zu haben.

„Die DFG bedauert es ausdrücklich, das Statement von Dieter Nuhr vorschnell von der Internetseite der Online-Aktion #fürdasWissen heruntergenommen zu haben“, hieß es in einer Erklärung. Nuhr sei eine Person, die mitten in der Gesellschaft stehe und sich zu Wissenschaft und rationalem Diskurs bekenne. Auch wenn seine Pointiertheit als Satiriker für manchen irritierend sein möge, sei doch gerade eine Institution wie die DFG der Freiheit des Denkens verpflichtet. „Wir haben den Beitrag daher wiederaufgenommen.“

Ranga Yogeshwar lobt Entscheidung

Nuhr (59) hatte sich auf Bitte der DFG an der Online-Aktion #fürdasWissen beteiligt. Nachdem sein Beitrag auch auf Twitter eingestellt worden war, hatte es viele kritische Kommentare gegeben. Daraufhin nahm die DFG den Beitrag von der Seite und aus dem Youtube-Kanal. Auf Twitter wurde er dagegen nicht gelöscht. Nuhr warf der DFG daraufhin vor, „den Ideologen im Netz“ nachzugeben. Er habe noch nie wissenschaftsfeindlich argumentiert.

Der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar äußerte sich am Donnerstag zufrieden über die Beilegung des Streits. Er twitterte: „Freude über die konstruktive Wende im Fall DFG-Nuhr! Lasst uns gemeinsam die Chance ergreifen und Zuhören statt Verurteilen, Fragen statt Antworten, Verstehen statt Verdammen, Argumentieren statt Diffamieren und Einladen statt Ausgrenzen… Ein guter Tag!!“

RND/dpa