Blick auf die Strandpromenade mit den Villen und Hotels im Ostseebad Binz auf der Insel Rügen.

Corona-Bußgeld: Rentner-Paar soll bis zu 25.000 Euro zahlen

Ein Senioren-Paar aus Kerken am Niederrhein hat es hart getroffen. Sie sollen 25.000 Euro zahlen, weil sie während des Corona-Lockdowns in ihrem Zweitwohnsitz auf der Insel Rügen geblieben sind. Das Ehepaar sieht das nicht ein und erklärt, warum sie zu Unrecht bestraft werden.

Rostock. Das Ehepaar Peter (81) und Lydia Schultz (65) wohnt eigentlich in Kerken am Niederrhein. Jedes Jahr ziehen sie allerdings für mehrere Monate in ihren Zweitwohnsitz auf der Insel Rügen, die Heimat des 81-Jährigen. So tat es das Rentner-Paar auch in diesem Jahr. Doch dann kam ein Brief vom Landkreis Vorpommern-Rügen: Die beiden sollen bis zu 25.000 Euro Strafe zahlen, weil sie während des Corona-Lockdowns im März und April in Mecklenburg-Vorpommern geblieben sind. Das Schreiben liegt der “Ostsee-Zeitung” vor.

Hotels waren ausgebucht

“Wir sind lange vor der Pandemie angereist”, erklärt Lydia Schultz gegenüber der Zeitung. “Wir seien aus touristischen Gründen im Land gewesen. Aber das stimmt nicht.” Als das Land alle Zweitwohnungsbesitzer und Urlauber aufforderte, Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen, konnte das Ehepaar nicht einfach nach Hause. Das Haus der beiden am Niederrhein sei zum Zeitpunkt des Lockdowns umgebaut worden. Hotels in der Umgebung ihres Wohnortes seien ausgebucht gewesen.

Höchste Strafe in Mecklenburg-Vorpommern

Ein Bußgeld von 25.000 Euro wäre die bisher höchste Strafe in Mecklenburg-Vorpommern. Der Landkreis Vorpommern-Rügen habe sich auf Nachfrage der “Ostsee-Zeitung” zu dem Vorgang noch nicht geäußert.

RND/nis