Freitag , 2. Dezember 2022
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Schauspielerin Pia Stutzenstein (spielt Vicky Reisinger) sitzt in einer Drehpause bei “Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei” (RTL) auf dem Flugplatz in einem Regiestuhl. Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa

Pia Stutzenstein über Start bei “Alarm für Cobra 11″: “Ich habe überall blaue Flecken”

Nach 24 Jahren gibt es bei dem RTL-Dauerbrenner “Alarm für Cobra 11” erstmals eine weibliche Hauptdarstellerin. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht Pia Stutzenstein über Stunttraining, strenge Corona-Maßnahmen und Verletzungen am Set. “Ich habe überall blaue Flecken. Wenn wir zum Beispiel mit einem Auto driften, knalle ich überall gegen”, erzählt Stutzenstein.

Köln. Wenn am Donnerstagabend die neue Staffel von “Alarm für Cobra 11″ (RTL) anläuft, wird mit Pia Stutzenstein erstmals eine weibliche Hauptdarstellerin an der Seite von Cobra-Urgestein Erdogan Atalay ermitteln. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht die gebürtige Aachenerin über die Dreharbeiten in Zeiten von Corona.

In der ersten Folge bekommen Sie direkt einen Lampenschirm ins Gesicht geschlagen – wie schlimm war das?

Den habe ich ja gar nicht wirklich ins Gesicht bekommen. Und das Blut war auch nicht echt. Hallo, wir sind beim Film. (lacht)

Mussten Sie im Vorfeld eigentlich ein Stunttraining absolvieren?

Wir haben nur ein Stuntcasting gemacht, aber ich hatte Schießtraining, um herauszufinden, wie sich das anfühlt, wenn man richtig schießt.

Was passiert denn bei einem Stuntcasting?

Da wird einem gesagt: “Zeig doch mal, was du körperlich draufhast!” Das war in einem riesigen Raum, wo unter anderem ein Trampolin stand und man sollte einfach zeigen, dass man ein gutes Körpergefühl hat. Dann fiel mir ein, dass ich irgendwann mal Stockkampf gelernt habe. Obwohl das gar nicht so schwer zu lernen ist, sieht es ziemlich geil aus. (lacht)

In Ihrem Steckbrief tauchen sehr viele Sportarten auf.

Ich habe sechs Jahre lang Ballett getanzt. Außerdem habe ich von sechs bis 13 Jahren beim TuS Schmidt Fußball gespielt. Dazu kommen noch Volleyball und Boxen, was ich zwei Jahre lang intensiv betrieben habe.

Haben Sie auch mal daran gedacht, Sportlerin zu werden?

Nein, überhaupt nicht. Ich stand mit drei oder vier Jahren als Sterntaler mal in einem Robinson-Club auf der Bühne und dachte: “Das ist, was ich cool finde.” (lacht) Ich habe schon immer Theater gespielt, aber nach dem Abitur haben mich meine Eltern gefragt, was ich machen möchte. Dann habe ich eine Ausbildung als Eventmanagerin angefangen, musste zur Berufsschule, wo ich noch mal den Dreisatz gelernt habe und habe mich gefragt: “Alter, was mache ich eigentlich hier?” Nach drei Monaten habe ich wieder gekündigt, weil ich dachte, dass ich total meine Zeit verschwende. Danach bin ich auf die Schauspielschule gegangen.

“Alarm für Cobra 11” gibt es bereits seit 24 Jahren, aber mit Ihnen zum ersten Mal eine weibliche Hauptdarstellerin…

Die Macher wollten wahrscheinlich einfach auch mit der Zeit gehen. Es bietet sich einfach an, wenn es so viele Diskussionen um das Thema Gleichberechtigung gibt. Eigentlich war das schon längst überfällig. (lacht) Es gibt ja schon einige weibliche Ermittler im deutschen Fernsehen, aber weibliche Actionheldinnen nicht. Deswegen finde ich es cool, dass die ‘Cobra’ ein bisschen revolutionärer wird.

Die Klamotten, die Sie in der Serie tragen, sind immer sehr locker-sportlich.

Es geht überhaupt nicht darum, sexy auszusehen. Das steht nicht im Vordergrund. Nur weil die Ermittlerin jetzt weiblich ist, muss man die nicht sexy darstellen. Ich laufe auch privat super gern mit weiten Shirts rum und fahre Skateboard. Ich finde, dass man auch aus dieser Denkweise raussollte, diese Klamotten sind für Männer und diese Klamotten sind für Frauen.

An welchen der ehemaligen “Cobra”-Ermittler können Sie sich am besten erinnern?

Am meisten natürlich an Tom Beck, weil der so lange dabei war und einfach super witzig war. Letztes Jahr hatte ich eine Episodenhauptrolle in seiner neuen Serie “Einstein”.

Da wussten Sie aber noch nicht, dass Sie seine Nachfolgerin werden würden und konnten sich noch keine Tipps holen. Oder?

Tipps hole ich mir von meinem Kollegen Erdogan Atalay. Der hat eine ganz große Aufmerksamkeitsspanne. Wenn zum Beispiel ein Stunt gedreht wird, sagt er: “Geh nicht zu weit nach hinten.” Der hat einen sehr großen Beschützerinstinkt und macht das einfach schon so lange, dass er definitiv weiß, wie der Hase läuft.

Bei so einer Actionserie bleibt es nicht aus, dass man die ein oder andere Schramme abbekommt. Wie ist das bei Ihnen?

Ich habe überall blaue Flecken. Wenn wir zum Beispiel mit einem Auto driften, knalle ich überall gegen. Vor zwei Wochen musste ich in ein rollendes Flugzeug reinspringen und habe mir ordentlich meinen Hintern angehauen. (lacht) Einmal mussten wir aus dem Auto aussteigen und über einen Acker laufen. Erdogan hat immer Stiefel an, weil er seine Knöchel geschützt hat. Meine Rolle hat diese Stiefel leider nicht, sodass ich direkt mal umgeknickt bin. Aber das gehört zu dem Job dazu. (lacht)

Seit einigen Wochen drehen Sie wieder unter strengen Corona-Maßnahmen. Was hat sich geändert?

Wir müssen einmal in der Woche einen Test machen. Es gibt keine eigenen Becher mehr und damit leider auch mehr Müll. Was ich sehr komisch finde, ist, dass man teilweise die Leute nicht mehr erkennt, weil sie alle eine Maske auf haben. Die Proben werden mit Maske gemacht und wenn wir drehen, nehmen wir sie kurz vorher ab. Sachen wurden umgeschrieben, man liegt nicht mehr im Bett, küsst sich nicht mehr und fasst sich auch nicht mehr an. Bei Szenen, die im Auto spielen, wird erst der eine und dann der andere ins Auto gesetzt. Das ist halt schade, aber so ist es eben. Aber ich bin ja super froh, wieder drehen zu können.

Von Thomas Kielhorn/RND