Donnerstag , 29. Oktober 2020
Fast ein Drittel der homosexuellen Menschen geht vor Kollegen nicht offen mit seiner Sexualität um. Quelle: picture alliance / dpa

Studie: Fast jeder dritte Homosexuelle im Arbeitsleben diskriminiert

Einer Studie zufolge erfahren 30 Prozent der Homosexuellen in Deutschland Diskriminierung im Arbeitsleben. Aus der Untersuchung ging auch hervor, dass ein Drittel von ihnen nicht offen über ihre Sexualität redet – dabei seien sie meistens höher qualifiziert und arbeiten häufig im Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Kunst und Unterhaltung.

Berlin. 30 Prozent der Homosexuellen werden in Deutschland im Arbeitsleben diskriminiert, unter den Trans-Menschen sind es sogar mehr als 40 Prozent. Dies ergab eine gemeinsame Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Universität Bielefeld, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch) vorliegt. Fast ein Drittel dieser Menschen geht vor Kollegen immer noch nicht offen mit seiner Sexualität um.

Homo- und Bisexuelle erfahren häufig Mobbing und sexuelle Belästigung

Homosexuelle und Transmenschen gehen laut Studie zwar in ähnlichem Maße einer Erwerbstätigkeit nach wie die übrige heterosexuelle Bevölkerung. Doch seien sie meistens höher qualifiziert und in anderen Branchen tätig. So liege der Anteil der Fach- oder Hochschulabsolventen in der Personengruppe bei 60 Prozent gegenüber der restlichen Bevölkerung gleichen Alters mit 42 Prozent. Unterschiede gibt es auch bei der Branchenwahl. So arbeiten Homosexuelle seltener im produzierenden Gewerbe, dafür aber häufiger im Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Kunst und Unterhaltung als Heterosexuelle.

„Die Zahlen decken sich mit dem, was wir aus eigenen Erhebungen und auch aus unserer Beratungspraxis wissen“, sagte Bernhard Franke, der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, den Funke-Zeitungen. Im Arbeitsleben müssten homo- und bisexuelle Menschen häufig neben Mobbing auch sexuelle Belästigung erfahren und hielten deshalb geschlechtliche Identität geheim. Franke betonte: „Niemand darf in Deutschland wegen seiner sexuellen oder seiner Geschlechtsidentität benachteiligt werden.“

RND/dpa