Taifun “Haishen”: Ein tropischer Wirbelsturm bewegt sich derzeit auf Japan zu. Quelle: Uncredited/NASA/AP/dpa

Hurrikan, Taifun, Tornado und Orkan – globale Sturmphänomene im Überblick

In Japan haben die Behörden mehr als eine Million Menschen dazu aufgerufen, sich vor einem Wirbelsturm in Sicherheit zu bringen. Taifun “Haishen”, der bereits der zweite Sturm in einer Woche ist, rollt vom Süden Japans auf die südwestliche Küstenregion Kyushu zu. Im Zentrum des Taifuns werden Windgeschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern pro Stunde erwartet. Meteorologen befürchten, dass die hohen Wellen in den Küstenorten zu Überflutungen führen könnten.

Stürme mit hohen Geschwindigkeiten haben viele verschiedene Namen. Ob eine solche Naturgewalt als Orkan, Taifun, Hurrikan oder Tornado bezeichnet wird, hängt meistens von der Region ab, in der er auftritt. Eine Übersicht.

Orkane kommen in Nord- und Mitteleuropa vor

Von einem Sturm sprechen Meteorologen immer dann, wenn Windgeschwindigkeiten von mehr als 74 Kilometer pro Stunde (km/h) erreicht werden. Erreicht ein Sturm die Stufe elf auf der Beaufort-Skala, die Windgeschwindigkeiten ab 103 km/h erfasst, ist laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) von einem Orkantief oder Orkanzyklon die Rede.

Um einen Orkan handelt es sich bei einem Sturm der Beaufort-Stufe zwölf mit Geschwindigkeiten über 117 km/h. Orkane kommen überwiegend in der zweiten Jahreshälfte in Mittel- und Nordeuropa vor. Sie entstehen durch Luftdruckveränderungen, die in der Regel durch das Zusammentreffen von warmen und kalten Luftzonen ausgelöst werden. Typisch für die Auswirkungen von Orkanzyklonen ist laut DWD die Entstehung von Wellen bis zu 15 Metern Höhe.

Tropische Wirbelstürme heißen Taifun, Zyklon und Hurrikan

Hurrikan, Taifun und Zyklon sind Bezeichnungen für tropische Wirbelstürme, die über dem Ozean entstehen. Diese Wirbelstürme werden erst ab der tropischen Orkanstärke von 119 km/h als solche bezeichnet. Die unterschiedlichen Namen richten sich dabei nach der Region, in der sie auftreten.

In der Nordwestpazifik-Region im asiatischen Raum heißen diese Wirbelstürme Taifune. Als Zyklon werden die Wirbelstürme im Indischen Ozean südlich des Äquators, im Golf von Bengalen und im Südpazifik bezeichnet. In der Karibik, über dem Atlantik und östlich der Westindischen Inseln heißen die Tropenstürme Hurrikane. Nach Angaben der amerikanischen Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) kann das Auge oder Zentrum eines Hurrikans einen durchschnittlichen Durchmesser von 48 Kilometern erreichen.

Die Stürme enstehen auf der Nordhalbkugel überwiegend zwischen Juni und November, auf der Südhalbkugel hingegen meistens zwischen Dezember und Mai. Die tropischen Wirbelstürme sind eine Sammlung von Gewitterwolken, die durch die sogenannte Corioliskraft aus Verdunstungen an der Meeresoberfläche entstehen. Treffen sie auf Küstenregionen, “bestehen auch große Gefahren für die Bevölkerung des betroffenen Landes, zum Beispiel durch Taifunschäden, Überschwemmungen und Erdrutsche”, weiß der DWD.

Tornados entwickeln eine große Zerstörungskraft

Tornados, die auch als Großtromben, Wasser- oder Windhosen bezeichnet werden, entstehen hingegen auf eine andere Art. Der DWD erklärt: “Ein Tornado kann entstehen, wenn starke Temperaturgegensätze herrschen und Luft aufsteigt oder gehoben wird.” Wärme und Wind entwickeln sich zu einer Luftsäule, die um eine senkrechte Achse rotiert.

Mit einem Durchmesser von bis zu einem Kilometer sind Tornados viel kleiner als tropische Wirbelstürme, können jedoch ebenfalls hohe Geschwindigkeiten erreichen – und haben eine vergleichbar große Zerstörungskraft. Der Unterdruck im Zentrum des Tornados lässt einen Sog entstehen, der stark genug ist, um Autos oder Hausdächer mitzureißen.

Als Tornadoregion ist der Mittlere Westen der USA bekannt. Dort trifft häufig trocken-kalte Luft aus dem Norden mit feucht-warmer Luft aus der Region des Golfes von Mexiko zusammen. In Europa kommt dieses Wetterphänomen seltener und meist nur in abgeschwächter Form vor.

Von Michèle Förster/RND