Donnerstag , 24. September 2020
Mithilfe von 3D-Karten und anderer Technologie könne sich der Roboter frei durch die engen Wege zwischen den Tischen bewegen und Hindernissen ausweichen, um sein Ziel zu erreichen. Quelle: Getty Images

Restaurant in Seoul: Hier servieren Roboter die Burger

Seoul. Dieses Burger-Restaurant in Südkoreas Hauptstadt Seoul hat sich personell ein bisschen anders aufgestellt, als die typische Fast-Food-Konkurrenz: Viele Mitarbeiter sind Roboter. Vom Bestellen bis zum Abholen haben Kunden keinen direkten Kontakt mehr zu menschlichen Mitarbeitern. Sie ordern an einem Bildschirm, bezahlen und warten darauf, dass ihnen ein Roboter ihr Essen an die Abholstelle bringen.

Während sie auf ihr Essen warten, schießen die Kunden Fotos oder schauen neugierig auf die Roboter. Die haben die Form einer Kapsel und erinnern an die Minions aus dem Animationsfilm „Ich – Einfach unverbesserlich“. Die gelben und schwarzen Farben im Restaurant „No Brand Burger“ geben dem Laden den Anstrich eines Spielzeugwarengeschäfts.

„Das ist das erste Mal, dass ich tatsächlich solche Roboter gesehen habe, das ist wirklich großartig und macht Spaß“, sagt Shin Hyun Soo, ein 31-jähriger Büroangestellter, der den Service das erste Mal ausprobiert.

So funktioniert der Ablauf im Roboter-Restaurant:

Die Managerin des Restaurants, Bae Eunyoung, erklärt den Ablauf: Wenn eine Kundin oder ein Kunde an den Automaten bestellt, wird die Bestellung in die Küche geschickt. Dort erhitzt eine Maschine automatisch die Brötchen und das Burger-Patty. Menschliche Mitarbeiter gibt es noch, wie Bae erklärt. Sie fügen Beläge hinzu und packen die Burger ein, bevor sie diese an einen Roboter übergeben, der das Essen serviert. „Der Kunde kann das Essen ohne direkten Kontakt mit den Mitarbeitern mitnehmen.“

In der Pandemie gab’s erst nach 21 Uhr Essen

Das kann in der Coronavirus-Pandemie als Verkaufsargument gelten. Bevor die Einschränkungen in Südkorea am Montag wieder erleichtert wurden, durften Restaurants dort in den vergangenen Wochen Lieferungen und Essen zum Mitnehmen erst nach 21.00 Uhr anbieten. Auch Café-Ketten wie Starbucks durften nur Getränke zum Mitnehmen verkaufen.

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Südkorea verdoppelte sich Mitte August innerhalb von zwei Tagen beinahe, von 56 auf 103. Auch danach stieg die Zahl weiter an, und erreichte am 26. August ihren Höhepunkt mit 441 nachgewiesenen Infektionen an einem Tag. Seitdem stieg die Zahl nicht mehr so schnell an, täglich gibt es jedoch mindestens 100 Neuinfektionen.

Auch andere Restaurants nutzen Roboter

Bestellungen zum Mitnehmen machten im August 58 Prozent der Bestellungen bei „No Brand Burgers“ aus, berichtete Shinsegae Food, das Unternehmen hinter dem Restaurant. „No Brand Burger“ ist nicht das einzige Restaurant, in dem Roboter zum Einsatz kommen. Südkoreas große IT-Firma KT hat sich mit der Restaurantkette Mad for Garlic zusammengetan, um kellnernde Roboter in den Familienrestaurants einzusetzen.

3D-Karten ermöglichen den Weg zu bis zu vier Tischen

Mithilfe von 3D-Karten und anderer Technologie könne sich der Roboter frei durch die engen Wege zwischen den Tischen bewegen und Hindernissen ausweichen, um sein Ziel zu erreichen, sagt Lee Youngjin, der Team-Leiter der Business-Plattform für Künstliche Intelligenz bei KT. Der Roboter kann bis zu vier Tische pro Weg bedienen.

„Kinder sehen den Roboter oft gerne. Und Kunden haben generell das Gefühl, es sei gesünder, das Essen wegen des Coronavirus von einem Roboter zu bekommen“, sagt Lee Young-ho, Manager eines Mad-for-Garlic-Restaurants, in dem die Roboter zum Einsatz kommen.

RND/AP