Donnerstag , 29. Oktober 2020
Thilo Mischke sorgte mit “Rechts. Deutsch. Radikal.” für Aufsehen. Quelle: picture alliance / Stephan Persc

Nach Pro7-Doku “Rechts. Deutsch. Radikal.”: Wer ist Thilo Mischke?

Am Montagabend zeigte Pro7 eine zweistündige Dokumentation mit dem Titel “Rechts. Deutsch. Radikal.”, die bundesweit für Aufmerksamkeit sorgte. Der Journalist Thilo Mischke deckte dabei detailliert auf, wie rechte Netzwerke in Deutschland arbeiten, und recherchierte dafür mit seinem Team rund zwei Jahre lang im rechtsextremistischen Raum. Beispielsweise sprach er mit dem Organisator des Kampfsportevents “Kampf der Nibelungen” und traf Vertreter der Kleinpartei Die Rechte im Dortmunder “Nazi-Kiez” Dorstfeld – und das vor laufender Kamera.

Furchtloser Reporter: Mischke berichtete aus Somalia, Syrien und Nordkorea

Mischke begab sich für die Dreharbeiten in nicht ungefährliche Situationen. Beispielsweise besuchte er als Medienvertreter das “Schild und Schwert Festival” in Ostritz – ein rechtsextremes Musikfestival. Für Mischke war die Recherche für Pro7 nicht der erste schwierige Arbeitseinsatz. Der 39-Jährige berichtete unter anderem bereits aus dem Kriegsgebiet Syrien über IS-Kämpfer. In Somalia begleitete der gebürtige Berliner Kriegstouristen und auch im kommunistischen Nordkorea war er als Journalist unterwegs.

Die Doku im heimischen Deutschland war für ihn jedoch noch einmal eine andere Herausforderung. “Es war die härteste Recherche, weil sie so lange gedauert hat. Der seltsam zynisch klingende Vorteil einer Syrien-Reportage ist der, dass du ins Flugzeug steigst und zu Hause ausatmen kannst. Hier geht es nicht. Wenn ich hier die Tür aufmache, ist die Welt, über die ich berichtet habe, unser Alltag”, erklärte er im Anschluss an die Doku bei der von Klaas Heufer-Umlauf moderierten Show “Late Night Berlin”. „Dieses Nicht-abschließen-Können macht diese Recherche härter als die anderen”, fügte er an.

Neben seiner journalistischen Arbeit in krisengebeutelten Ländern widmete sich Mischke aber auch anderen Themen. 2014 nahm er für die Sendung “Galileo” an einem Glashausexperiment teil, in dem Zuschauer ihn eine Woche lang rund um die Uhr beim Schlafen, Essen und sonstigen Tätigkeiten beobachten konnten.

Mischke widmete sich auch schlüpfrigen Themen

Auch im Bereich Radio hat er gearbeitet und moderierte 2013 die Sendung “Lateline” zusammen mit Caroline Korneli. Zwischen 2013 und 2014 moderierte er zudem die TV-Talkshow “Heiß und Fettig” auf ZDF neo.

Auch vor schlüpfrigen Themen hat Mischke keine Scheu: 2010 veröffentlichte er sein Buch “In 80 Frauen um die Welt”. Dem Werk war eine Wette mit Freunden vorangegangen, auf einer Weltreise mit 80 Frauen zu schlafen. Auch bei der Pro7-Doku “Unter fremden Decken – Auf der Suche nach dem besten Sex der Welt” war er beteiligt und wirkte zudem als Koproduzent mit.

RND/jj