Tiktok will sein Moderationsteam stärker für Hassbeiträge sensibilisieren. Quelle: imago images/Xinhua

Tiktok verschärft Vorgehen gegen Hass und Diskriminierung

Tiktok steht wie andere soziale Netzwerke in der Kritik, zu wenig gegen Hass und Hetze auf seiner Plattform zu unternehmen. Nun hat die Video-App angekündigt, neue Maßnahmen gegen Diskriminierungen und Rassismus auf den Weg zu bringen. Man wolle die sogenannten „Trust & Safety“-Teams, die die Moderation der Inhalte übernimmt, für weitere hasserfüllte Beiträge sensibilisieren, heißt es in einem Blogeintrag von Mittwoch.

Neben rechtsextremistischen Ideologien und Inhalten der „White Supremacy“-Bewegung sollen künftig auch „benachbarte Ideologien" wie der weiße Nationalismus, Verschwörungstheorien rund um weißen Völkermord sowie Bewegungen wie der Identitarismus und die männliche Vorherrschaft entfernt werden.

Holocaustleugnung verboten

Auch wolle man weitere Schritte unternehmen, um gegen Antisemitismus vorzugehen. Künftig werden keine Beiträge mehr zugelassen, „die den Holocaust oder andere gewaltsame Katastrophen leugnen oder verharmlosen“. Falschaussagen oder verletzende Vorurteile gegenüber jüdischen, muslimischen und anderen Gemeinden sollen ebenfalls verstärkt entfernt werden.

Ebenfalls gelöscht werden sollen Inhalte, die LGBTQ+-feindlich sind. Dazu gehört zum Beispiel Werbung für eine „Konversionstheraphie“ oder Behauptungen, dass niemand lesbisch, schwul, bisexuell, trans- oder intersexuell geboren wurde. Das Moderationsteam solle weiter geschult werden, um die vielfältigen Formen des Hasses zu erkennen. „Dann erst können wir mit Richtlinien und Durchsetzungsstrategien Hass und Hetze wirksam bekämpfen", heißt es in der Beitrag.

Wissenschaftler erheben Vorwürfe wegen „Shadowbanning“

Vor gut einem Monat hatte eine Gruppe Forscher des Australian Strategic Policy Institutes (ASPI) der Plattform vorgeworfen, bestimmte Inhalte gezielt zu verbergen und somit „Shadowbanning“ in Bezug auf LGBTQ+-Themen zu betreiben. Wie die Wissenschaftler in einer Analyse herausgefunden haben, versteckte Tiktok entsprechende Hashtags in mehreren Sprachen. Die App unterdrücke gezielt Inhalte und mache diese schwerer auffindbar, heißt es in dem Bericht. Von der Zensur betroffen waren unter anderem die arabischen Hashtags für die Wörter „schwul“ und „transgender“, auch die russischen Begriffe #гей („schwul“) und #ялесбиянка („Ich bin lesbisch“) wurden von Tiktok verbannt.

„Wir halten uns an lokale Gesetze. Als Teil unseres lokalisierten Moderationsansatzes waren einige Begriffe, die das ASPI zur Verfügung stellte, teilweise aufgrund einschlägiger örtlicher Gesetze eingeschränkt. Andere Begriffe wurden eingeschränkt, weil sie in erster Linie bei der Suche nach pornografischen Inhalten verwendet wurden", hatte die Plattform damals mitgeteilt.

RND/mkr