Amy Adams (links) und Glenn Close spielen die Hauptrollen in der Verfilmung des Buches „Hillybilly Elegy“, die Netflix am 24. November veröffentlicht. Quelle: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa, Richard Shotwell/Invision/AP, Ullstein Verlag, Montage

Netflix verfilmt Bestseller „Hillbilly Elegy“: Fünf weitere Buchadaptionen zum Streamen

Bücher bieten einfallsreiches Material für Blockbuster und Indiefilme – das wissen auch die großen Streaminganbieter. Auf Netflix, Amazon und Co. finden sich zahlreiche Buchadaptionen, die die Plattformen selber produziert oder eingekauft haben. Nun gelingt Netflix der nächste Volltreffer: Am 24. November veröffentlicht der Streaminggigant die Verfilmung des Bestsellers „Hillbilly Elegie“ mit den Schauspielstars Amy Adams und Glenn Close in den Hauptrollen.

Film über die weiße Arbeiterschicht

Close spielt darin die Mutter der drogensüchtigen Bev (Amy Adams), die in der ärmlichen Appalachen-Region in den USA eine Familie gründet. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Bevs Sohn J. D. (Gabriel Basso), der bei seiner Großmutter aufwächst und mit einer Ausbildung den Weg aus der Armut sucht.

Der Autor J. D. Vance beschrieb in „Hillbilly Elegie" seine von Elend und Drogen geprägte Kindheit: Vance wuchs in der weißen Arbeiterschicht im US-Staat Ohio auf. Diese Bevölkerungsgruppe wird oft herablassend als Rednecks, White Trash oder Hillbillys bezeichnet, daher auch der Titel des Films. Hinter der Kamera stand Oscarpreisträger Ron Howard (66), der schon bei „A Beautiful Mind“ (2001) Regie führte. Vanessa Taylor, oscarnominiert für „Shape of Water“ (2017), schrieb das Drehbuch.

Hillbilly-Elegie, ab 24. November, Netflix

Auf den Streamingplattformen finden sich zahlreiche weitere Verfilmungen von Bestsellern – Dramen, Komödien oder Thriller. Eine Auswahl:

1. „Beautiful Boy“ und die Drogenepidemie der USA

Das Filmdrama „Beautiful Boy“ (2018) gibt ein großes Problem in den USA wieder: Die Opioide-Krise. Der Film basiert auf den gleichnamigen Memoiren des US-Amerikaners David Sheff. Er berichtet darin von der Drogensucht seines Sohnes Nic und den Auswirkungen auf die gesamte Familie.

„Call Me by Your Name“-Star Timothée Chalamet spielt in der packenden Verfilmung den drogenkranken Sohn, der immer wieder versucht, von seiner Sucht wegzukommen. Die Beziehung zu seinem Vater David (Steve Carell) steht im Fokus des Dramas und zeigt die zermürbende Wahrheit der Opioide-Krise. Chalamet bekam für seine Darbietung zahlreiche Award-Nominierungen, unter anderem bei den Golden Globes und den SAG-Awards.

Beautiful Boy, 121 Minuten, Amazon Prime Video

2. „To All the Boys“-Reihe über jugendliche Liebe

Die erste Liebe war schon immer Bestandteil von Popliteratur und bekannten Klassikern wie „Die Liebe in Zeiten der Cholera“ (1985). Auch in der Buchreihe „To All the Boys I’ve Loved Before" (2014) von Jenny Han geht es um jugendliche Liebe: Die 16-jährige Lara Jean lebt mit ihrer Familie in Virginia und schreibt Liebesbriefe an ihre Schwärme, die sie aber nie abschickt und stattdessen in einer Kiste verstaut.

Hinter ihrem Rücken sendet ihre kleine Schwester Kitty die geheimen Briefe aber trotzdem – und so beginnt auch schon ein aufregendes Schuljahr für Jean. Schauspielerin Lana Condor spielt die Hauptrolle in dieser romantischen Komödie, die nicht nur etwas für Jugendliche ist. Nachwuchsstar Noah Centineo ist ebenfalls dabei. Der zweite Teil kam bereits dieses Jahr heraus, der dritte Film ist in Planung.

To All the Boys I’ve Loved Before, 99 Minuten, Netflix

3. „Tote Mädchen lügen nicht“ mit ernsten Themen und Kontroversen

Die Jugendserie „Tote Mädchen lügen nicht“ endete im Juni 2020 mit der vierten Staffel und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jay Asher (2007). Der Autor erzählt die Geschichte von Schülerin Hannah Baker, die an Suizid stirbt.

Darstellerin Katherine Langford spielt in der Serie die Rolle der Hannah, die vor ihrem Tod Kassetten an ihre Mitschüler schickt. Darin nennt sie die Gründe für ihren Tod. Genau wie das Buch war die Serie ein riesiger Erfolg. Allerdings ging die Veröffentlichung auf Netflix nicht ohne Kontroversen einher: Expertinnen und Experten aus der Psychologie warnten davor, dass die Serie Teenager zum Suizid inspirieren könnte. Die Fans der Serie lobten das Drama jedoch dafür, dass Mobbing und sexuelle Gewalt thematisiert wurde.

Tote Mädchen lügen nicht, vier Staffeln, Netflix

4. „Unorthodox“ zeigt vielseitiges jüdisches Leben

Die Miniserie „Unorthodox“ (2020) wurde zum Großteil in Berlin gedreht und bildet das traumatische Schicksal der 19-jährigen Esty Shapiro aus Brooklyn (New York City) ab. Shapiro flieht aus ihrer ultraorthodoxen jüdischen Community in die deutsche Hauptstadt. In Berlin möchte sie sich ein neues Leben aufbauen, obwohl ihre ultraorthodoxe Familie sie wieder zurück in die USA zwingen möchte.

Das vierteilige Drama basiert lose auf der gleichnamigen Autobiografie (2012) von Schriftstellerin Deborah Feldman, die ihre jüdische Religionsgemeinschaft in Brooklyn ebenfalls verließ. Ihre Geschichte wurde zu einem Bestseller und auch die Miniserie war sehr erfolgreich: Eine Emmy-Auszeichnung ging 2020 an die deutsche Schauspielerin Maria Schrader, die bei „Unorthodox" Regie führte.

Unorthodox, vier Episoden, Netflix

5. „The Loudest Voice“ und #MeToo bei Fox News

Politik, #MeToo und Fernsehen: Die spannungsreiche Dramaserie „The Loudest Voice“ (2019) zeigt den Aufstieg und Fall von „Fox News“-Chef Roger Aisles. In sieben Folgen spielt Russell Crowe den konservativen Medienmacher, der „Fox News“ entwickelt und zu einem der erfolgreichsten Kabelsender der USA gemacht hat. Seine Karriere im Rupert-Murdoch-Konzern fand ein Ende, als mehr als 20 Frauen Aisles sexuelles Fehlverhalten vorwarfen. Kurz danach starb Aisles im Alter von 77 Jahren. Seine Ehefrau Seth Tilson Aisles wird von Schauspielerin Sienna Miller dargestellt.

Die Show basiert auf der Aisles-Biografie „The Loudest Voice in the Room“ (2014) von US-Journalist Gabriel Sherman. Das Buch stieg nach der Veröffentlichung direkt auf der Bestsellerliste der „New York Times“ ein.

The Loudest Voice, sieben Folgen, Sky Ticket & Go

Von Alisha Mendgen/RND