Die Polizei hat die Puppe entfernt, nun ermitteln Staatsanwaltschaft und Staatsschutz. Quelle: imago images/Ralph Peters

Staatschutz ermittelt wegen aufgeknüpfter Puppe in Minden

Minden/Bielefeld. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld bewertet derzeit die strafrechtliche Relevanz der am Wochenende entdeckten aufgeknüpften Schaufensterpuppe mit dem Pappschild „Covid-Presse“. Auch der Staatsschutz ermittelt. Die Puppe, die in der Nacht zum Samstag in Minden an einer Fußgängerbrücke hängend gefunden wurde, sei als Beweismittel sichergestellt worden, teilte eine Sprecherin der Polizei Bielefeld auf Anfrage mit.

Ein Foto der Schaufensterpuppe, die auch einen Mundschutz mit der Aufschrift „blind“ trug, war am Wochenende über die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter verbreitet worden .Am Samstag hatte die Initiative “Querdenken 571” in der Mindener Innenstadt gegen Corona-Maßnahmen demonstriert. Ob ein Zusammenhang zwischen der Demonstration und der zuvor angebrachten Schaufensterpuppe besteht, ist unklar.

Journalisten-Gewerkschaft hofft auf Bestrafung

Der Chefredakteur des „Mindener Tageblatts“, Benjamin Piel, sagte dem epd am Montag, er sehe von einer eigenen Anzeige gegen Unbekannt ab, da diese bereits von Bürgern erstattet worden sei. Piel hatte sich am Sonntag besorgt über eine zunehmend „aggressive Stimmung“ geäußert, die Kritiker der Corona-Maßnahmen gegen die Medien und explizit auch gegen seine Zeitung erzeugten. In seinem Tweet schrieb er: „Wenn aus Kritik an Journalisten Hinrichtungsphantasien werden, ist das verabscheuenswert.“

Der Journalisten-Verband DJV hatte die Aktion am Sonntag via Twitter als „widerlich“ verurteilt. „Hoffentlich wird das nicht als 'freie Meinungsäußerung' verharmlost“, schrieb die Gewerkschaft in ihrem Tweet.

RND/epd/dpa