Tim Davie, der neue Generaldirektor der BBC, trifft bei der BBC Scotland zu seinem ersten Tag in dieser Funktion in Glasgow ein. Quelle: Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Demoverbot und eingeschränkte Likes: Neue Regeln für BBC-Journalisten

London. Für Journalisten der öffentlich-rechtlichen BBC gelten künftig strenge Regeln, die das unabhängige Profil des Senders stärken sollen. So sollen die Nachrichtenjournalisten und bekannten Gesichter der BBC sich auch privat nicht mehr an Demonstrationen oder Kampagnen beteiligen, wie die BBC-Angestellten am Donnerstag erfuhren. Die private Teilnahme an Events wie Pride-Paraden sei jedoch erlaubt, stellte BBC-Chef Tim Davie am Freitag klar, nachdem es zuvor Zweifel daran unter einigen Mitarbeitern gegeben hatte.

Auch für Aktivitäten auf Twitter und in anderen sozialen Medien gelten strenge neue Regeln. BBC-Journalisten dürften fortan weder durch das Teilen von Inhalten noch durch Likes oder andere Interaktionen Zweifel an ihrer Unabhängigkeit aufkommen lassen. Im Extremfall könne die Missachtung sogar zur Kündigung führen, warnte Davie. Die britische Journalistengewerkschaft hatte nach den Ankündigungen um ein dringendes Gespräch mit dem Manager gebeten.

BBC in Kritik weil sie zu linksliberal und großstadtzentriert sei

Für BBC-Mitarbeiter, die nicht im aktuellen Nachrichtengeschäft tätig sind, gelten weniger strenge Vorgaben. Sie könnten etwa als Privatpersonen auch an Demonstrationen teilnehmen, erklärte Davie.

Der seit September amtierende, neue BBC-Chef hat weitreichende Reformen angekündigt und will das Vertrauen in den Sender stärken. Die BBC steht immer wieder von Seiten der Tory-Regierung sowie konservativer Medien in der Kritik, sich zu linksliberal und großstadtzentriert zu positionieren.

RND/dpa