Ein neuer Einsatz für die Bergretter Katharina (Luise Bähr) und Markus (Sebastian Ströbel) in einer Szene aus „Die Bergretter“. Start der zwölften Staffel der ZDF-Familienserie ist am 12.11.20 um 20.15 Uhr im ZDF. Quelle: Stephanie Kulbach/ZDF/dpa

Neue „Bergretter“-Staffel: Besuch beim Dreh, wo blaue Flecken und ein Panoramablick dazugehören

Ramsau am Dachstein. Es ist kurz nach 9 Uhr an einem sonnigen Morgen Anfang Oktober in der österreichischen Steiermark. Das rund 50-köpfige Team der ZDF-Serie „Die Bergretter“ macht sich zu Fuß auf den Weg zum Drehort, der unterhalb des Hohen Dachsteingipfels (2995 Meter über Seehöhe) liegt. Weil nur ein steiniger Wanderweg zum Ziel führt, muss das gesamte Equipment – Kameras, Leuchten und vieles mehr – getragen werden. Jeder aus dem Team packt mit an.

„Dieser familiäre Gemeinschaftsgedanke, den wir haben, ist kein blödes Getue, sondern wir sind über die Jahre als Team so zusammengewachsen. Wir vertrauen uns gegenseitig und sind fast das ganze Jahr zusammen“, sagt Schauspieler Sebastian Ströbel. „Wir schwitzen zusammen, wir frieren zusammen und passen alle gegenseitig auf uns auf. Wir können hier keinen Stinkstiefel gebrauchen, der nicht mit anpackt“, ergänzt er lachend. Seit 2014 ist der 43-Jährige einer der Hauptdarsteller der beliebten ZDF-Serie und verkörpert Markus Kofler, den Leiter der Bergwacht.

Dreh von Verfolgungsjagd in den Bergen

Auch wenn Ströbel bereits so lange dabei ist, ist für den Wahl-Hamburger das Klima in den Bergen nicht ohne: „Ich brauche auch immer ein paar Tage, um mich wieder an die Höhe zu gewöhnen. Viele Schauspielkollegen, die zum ersten Mal zu uns kommen, denken, dass wir alles im Studio machen.“ Teilweise wird bei minus 25 Grad gedreht, aber die Kälte macht ihm - dank Thermowäsche - weniger zu schaffen.

An diesem Tag wird eine Verfolgungsjagd in den Bergen gedreht. Für diese Folge hat Action-Routinier Heinz Dietz (unter anderem „Alarm für Cobra 11“) die Regie übernommen. „Man möchte spektakuläre Aufnahmen haben, die aber auch umsetzbar sein müssen“, erklärt er. Das sei die eigentliche Herausforderung in den Bergen. „Wenn man im Studio drehen würde, würde man nie diese unglaubliche Atmosphäre hinbekommen“, erläutert Dietz.

Leiter des Bergrettungsdienstes Ramsau schaut am Set vorbei

Damit die Aufnahmen möglichst realistisch sind, schaut regelmäßig Heribert Eisl, Leiter des Bergrettungsdienstes Ramsau, am Set vorbei: „Die Unfälle, die man in den einzelnen Folgen sieht, haben wir meist wirklich schon gehabt. Nur im Privatleben geht es bei uns etwas ruhiger zu als in der Serie“, sagt er. Auch würden im Fernsehen zwei Schienen miteinander verschmelzen, so Eisl weiter. „Es gibt die Flugrettung und die Bergrettung, die vor allem dann eingreift, wenn man nicht mit dem Hubschrauber fliegen kann, weil das Wetter zu schlecht ist.“

Die Verfolgungsjagd, die an diesem Tag gedreht wird, werden sich später durchschnittlich fünf Millionen Zuschauer im Fernsehen ansehen und mit den Bergrettern mitfiebern. Da lassen sich die kleinen und größeren Blessuren, die beim Drehen in den Bergen zum Alltag gehören, gleich viel leichter ertragen, wie Sebastian Ströbel nach Drehschluss verrät: „Blaue Flecken, Schürfungen oder ein tauber Zeh von der Kälte gehören dazu. Das ist der Wert, den du einsetzen musst, für den schönen Blick, den du beim Drehen hast.“

Doch was macht eigentlich den ungebrochenen Erfolg der ZDF-Serie aus? Immerhin laufen „Die Bergretter“ seit 2009 im ZDF. Die ersten Jahre allerdings noch unter dem Titel „Die Bergwacht“. Dazu Produzentin Karoline Müller (ndF): „Die Serie bietet eine einzigartige Mischung aus emotionalem Melodrama, spektakulärer Action, Spannung und Humor und das alles vor der atemberaubenden Naturkulisse des Dachsteingebirges in der Steiermark und des Kaunertaler Gletschers in Tirol.“

Von Thomas Kielhorn/RND