Schauspieler Kevin Costner. Quelle: picture alliance/AP Photo

Serie „Yellowstone“: Kevin Costner reitet wieder

Nein, alles Glück dieser Erde liegt schon lange nicht mehr auf dem Rücken der Pferde. Wenn Kevin Costner 30 Jahre nach seinem Kinowolfstanz eines streichelt, muss er ihm doch den Gnadenschuss geben, um es vom Schmerz zu erlösen – und belebt damit ein totgesagtes Genre wieder, das in den USA bereits Quotenrekorde bricht: die Westernserie.

In diesem Fall heißt sie „Yellowstone“, benannt nach der prächtigen Ranch von John Dutton (Costner). Der Viehzüchter lebt 2018, der Kapitalismus steht vorm Gatter. Baukonzerne bedrohen das liebliche Tal. Gefährdet sind Naturschützer, Ureinwohner und Duttons Kinder, die dem Feind näher stehen als dem Raubein.

Damit schuf Showrunner Taylor Sheridan ein dynastisches Provinzgemälde, das vom Familiengezänk an „Dallas“ erinnert, von den Bildern aber an „Brokeback Mountain“. So inbrünstig der Patriarch auch sein Reich verteidigt: Die Hauptrolle spielt Montana, ein Land von unermesslicher Schönheit, das die Bewohner zwar lieben, aber auspressen. Symbolträchtiger ließen sich die zerrissenen USA kaum darstellen. Packender auch nicht.

„Yellowstone“, bei Sony AXN, 30 Folgen in drei Staffeln, von Taylor Sheridan, mit Kevin Costner und Kelly Reilly, ab 24. November

Von Jan Freitag/RND