Twitter-Nutzer fragen, wie viele Männer eigentlich Quotenmänner sind – also nur wegen ihres Geschlechts ihre Position haben. Quelle: dpa

Quotenfrau? Twitter-Nutzer reden über Quotenmänner

Vor rund einer Woche einigte sich die Koalition aus SPD und CDU auf eine Frauenquote in Vorständen von börsennotierten Firmen. Jetzt erreicht die Diskussion um Sinn und Unsinn der Frauenquote auch Twitter. Gerne würden über sogenannte „Quotenfrauen“ gespottet, sie wären nur aufgrund ihres Geschlechts, nicht aber aufgrund ihrer Fähigkeiten auf ihrer Position.

Einige Twitter-Nutzer drehen das Modell nun um: Unter dem Hashtag #männerquote wollen sie darüber diskutieren, wie viele Männer ihren Job und ihre Position nur deshalb bekommen haben, weil sie ein Mann sind. Die ersten Tweets trudelten am 24. November ein, seit Donnerstag jedoch trendet der Hashtag.

Doch woher kommt der Begriff Quotenmann plötzlich? Die Bewegung geht auf den Titel der aktuellen Ausgabe des Magazins „stern“ zurück. Auf dem Cover sind Bilder verschiedener Frauen zu sehen, der Titel lautet „Ich bin eine Quotenfrau“.

Eine der Ersten, die den Begriff Quotenmann nutzte, war schließlich Rapperin Lady Bitch Ray. Sie fragte, warum man weiße Cis-Männer (also jene, die auch als Mann geboren wurden) künftig nicht auch schlicht als Quotenmänner bezeichnen könne – immerhin würden diese Männer aufgrund ihres Geschlechts in „so gut wie allen Bereichen begünstigt“.

Lady Bitch Ray erhielt auf ihre Aussage hin viel Zuspruch, von Männern wie von Frauen.

Bevorzugt regt sich Kritik an Personalien wie CSU-Politiker Andreas Scheuer als Verkehrsminister.

Zunächst stimmten Frauen wie Männer ein – so manch ein Twitter-Nutzer schrieb, dass er seinen Job nur habe, weil er ein Mann sei. Viele legten offen, dass sie es im Laufe ihrer Karriere einfacher hatten, weil sie ein Mann sind.

Doch die Kritik ließ natürlich nicht lange auf sich warten...

Es meldeten sich Männer zu Wort, die sofort auf Bereiche (häufig finanziell schlechter gestellte) aufmerksam machten, in denen Männer unterrepräsentiert seien.

Dass Frauen auf Führungsebenen fehlen, also in jenen Jobs, in denen sie auch aktiv mitgestalten können, ist jedoch ein systematisches Problem, wie so manch ein Mann offenlegte. Denn während Frauen Mutterschutz und Elternzeit nehmen, können Männer einfach an ihnen vorbei auf der Karriereleiter klettern.

Aber es wäre ja keine Twitter-Diskussion, wenn sich nicht auch der ein oder andere lustig über die Debatte machen würde oder sie als Ausdruck des „Männerhasses“ sähen.

Perfekt zusammengefasst hat die Debatte eine Nutzerin namens @quwengdelin. Sie schrieb, dass Männer unter dem Hashtag sehr gut die Realität abbilden würden. Die einen, die zugeben, dass es ein strukturelles Problem gibt. Und die anderen, die auf nicht sehr nette Art ihr Privileg verteidigen:

Oder wie es Nutzer @abu_internetz schrieb: „Es gibt hier ernsthaft Männer, die rumheulen, dass sie Quotenmann sind und Frauen angeblich besser behandelt werden? Geht‘s noch?“

RND/msk