CNN-Reporterin Sara Sidner brach während einer Liveschalte in Tränen aus. Quelle: Screenshot CNN

CNN-Reporterin bricht wegen dramatischer Corona-Situation in Tränen aus

Los Angeles. Die dramatische Corona-Lage in Los Angeles hat eine Reporterin des US-Nachrichtenkanals CNN offenbar so sehr bewegt, dass sie vor laufender Kamera in Tränen ausbrach. Sara Sidner hatte zuvor für eine Reportage Familien im MLK Jr. Community Hospital getroffen – darunter viele, die ihre Angehörigen an Corona verloren hatten.

Vor der Kamera berichtete Sidner schließlich am Dienstagmorgen (Ortszeit) live von den Treffen. „Das war das zehnte Krankenhaus, das ich besucht habe“, sagt sie in die Kamera, ehe sie zu schluchzen beginnt. „Entschuldigen Sie“, sagt die Reporterin und versucht dann, ihren Satz erneut zu beginnen – ohne Erfolg. „Ich entschuldige mich“, schluchzt Sidner erneut.

„Zu sehen, wie diese Familien mit all dem Leben müssen, und welchen Schmerz das mit sich bringt. Es ist wirklich schwer, das zu verarbeiten.“ Dann bricht die Reporterin erneut in Tränen aus – und übergibt schließlich an ihre Kollegin Alisyn Camerota. „Es tut mir leid.“

„Keiner sollte das durchmachen müssen“

Camerota allerdings zeigt vollstes Verständnis für den Zusammenbruch ihrer Kollegin. Die Corona-Pandemie und die Situation der Familien sei ein „kollektives Trauma, das wir alle durchleben müssen“, so Camerota. „Sara, wir schätzen sehr, wie viel Herz du jeden Tag zeigst, und wir schätzen deine exzellente Berichterstattung.“

„Danke“, antwortet Sidner, diesmal deutlich gefasster. „Es ist einfach nicht okay, was wir uns gegenseitig antun“, fährt Sidner fort. „Diese Familien sollten das nicht durchmachen müssen. Keine Familie sollte so etwas durchmachen müssen. Hören Sie, was diese Familien sagen“, ergänzt die Korrespondentin. „Seien Sie nicht der Nächste. Tun Sie, was immer Sie können, um das Virus vom Töten ihrer Familienmitglieder und Freunde und Lehrer und Doktoren und Feuerwehrleute fernzuhalten. All diese Leute sind da, um Ihnen zu helfen. Aber Sie müssen auch Ihren Teil tun.“

Applaus von Zuschauern

Kurz nach der TV-Ausstrahlung äußerte sich Sidner auch noch einmal auf Twitter. „Ich bin immer noch nicht okay, nachdem ich den Herzschmerz in der Stadt der Engel wegen des #Coronavirus gesehen habe.“ Gleichwohl wisse sie, dass ihr Schmerz vergleichbar mit dem der Familien gering sei, schreibt die Reporterin.

Für ihren Auftritt bekommt die Reporterin derweil viel Applaus. „Vielen Dank für die mutige Berichterstattung“, schreibt ein Zuschauer auf Twitter. „Sie haben vollkommen recht“, schreibt eine andere. Sie könne nicht verstehen, wie leichtsinnig die Menschen inzwischen geworden seien.

„Ich habe Sie auf CNN gesehen und habe mitgeweint“, schreibt eine andere Kommentatorin. „Das war eine der besten Reportagen seit langer Zeit. Wir sollten diese Art der Emotionen deutlich häufiger im Fernsehen sehen.“

RND/msc