Der Messengerdienst Signal setzt auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Quelle: Catherine Waibel/dpa-tmn

Messengerdienste: Signal knackt die 50-Millionen-Nutzer-Marke

Der Messengerdienst Signal ist aktuell beliebter denn je. Im Google Play Store wurde die App inzwischen mehr als 50 Millionen Mal heruntergeladen. US-Whistleblower Edward Snowden führte die hohen Downloadzahlen auf die von Konkurrent Whatsapp angekündigte Änderung der Datenschutzregeln zurück. „Die Entscheidung von Whatsapp, seine Nutzer an Facebook zu verkaufen, hat zu der wahrscheinlich größten digitalen Migration zu einem sichereren Messenger geführt, die wir je gesehen haben“, schrieb er auf Twitter.

Whatsapp hatte seine Nutzer aufgefordert, bis zum 8. Februar den neuen Bedingungen zuzustimmen, um den zu Facebook gehörenden Chatdienst weiterhin nutzen zu können. Wegen starker Kritik wurde die Einführung der neuen Datenschutzregeln schließlich um mehr als drei Monate verschoben. Wie Whatsapp in einem Blogeintrag am Wochenende ankündigte, sollen die veränderten Richtlinien erst vom 15. Mai an gelten.

Signal ist Open-Source-Software

Snowden ist nicht der einzige prominente Anhänger von Signal. Auch Tesla-Chef Elon Musk hatte schon des Öfteren für den Messengerdienst geworben. Auf Twitter rief er seine Follower vor einer Woche dazu auf, Signal zu nutzen.

Bei der App gibt es keine zentralen Chatdatenbanken. Die Nachrichten werden so verschlüsselt, dass nur die wirklich gewünschte Person sie öffnen und lesen kann (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung), und die Chats lagern nur auf dem Mobilgerät der Besitzerin oder des Besitzers. Es handelt sich ferner um eine Open-Source-Software, also um ein quelloffenes Programm. Es lässt sich jederzeit überprüfen, was hinter den Kulissen geschieht.

Die Signal-Infrastruktur wird von einer gemeinnützigen Stiftung betrieben, die sich dem Datenschutz verschrieben hat und sich vollständig aus Spenden finanziert.

RND/lb/dpa