Anzeige
Der Kurzbefehl „Siri, ich werde angehalten“ soll dafür sorgen, dass sich Menschen bei einer Polizeikontrolle sicherer fühlen. Quelle: imago images/onw-images

„Siri, ich werde angehalten“: Ein Kurzbefehl soll Menschen in Polizeikontrollen helfen

Mit dem Befehl wird beispielsweise der Standort geteilt und das iPhone fängt automatisch an zu filmen. Hintergrund der App ist laut US-Entwickler die zunehmende Polizeigewalt im Land.

Hannover. Polizeikontrollen können ein mulmiges Gefühl hervorrufen. „Wie verhalte ich mich richtig und wie reagiere ich am besten?“ Sind einige Fragen, die man sich stellt. Um sich bei einer Kontrolle sicherer zu fühlen, hat der amerikanische App-Entwickler Robert Petersen den Kurzbefehl „Siri, I’m getting pulled over“ (auf Deutsch: „Siri, ich werde angehalten“) programmiert. Der Shortcut löst eine ganze Reihe von Befehlen aus. Bislang steht die App nur Apple-Nutzern zur Verfügung.

Durch das Aktivieren des Ruhemodus‘ wird das Smartphone automatisch stumm geschaltet und eingehende Anrufe oder Benachrichtigungen nicht angezeigt. Hintergrund: Ein blinkendes oder klingelndes Handy während der Kontrolle soll verhindert werden.

Zudem erhalten vorher ausgewählte Kontakte eine automatische Nachricht mit den genauen Standortdaten. Parallel dazu nimmt die Frontkamera des iPhones das Geschehen automatisch auf. Die Voreinstellungen lassen sich auch ändern, sodass man beispielsweise mit der Hauptkamera filmt.

Ernster Hintergrund: Polizeigewalt in den USA

Was hierzulande eher nach Spielerei klingen mag, hat einen ernsten Hintergrund. Vor allem in den USA kommt es immer wieder zu Fehlverhalten der Polizei, oft gegenüber Schwarzen. Der Shortcut soll helfen, mit den Aufnahmen auf solche Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen und eventuelles Fehlverhalten anzuprangern.

Um den Shortcut auf seinem iPhone verwenden zu können, muss man zuerst Apples Kurzbefehle-App herunterladen. Auf der sozialen Plattform Reddit stellt Petersen zudem einen Link zu seiner Entwicklung bereit.

Ist das Filmen von Polizeieinsätzen in Deutschland überhaupt erlaubt?

Der Kölner Medienrechtsanwalt Christian Solmecke erklärt dem Technikmagazin „Chip“: „Grundsätzlich ist es zulässig, Polizeieinsätze zu filmen und zu fotografieren. Das hat schon das Bundesverfassungsgericht in einer Entscheidung von 2015 bestätigt.“

Die Zulässigkeit für das Filmen gelte allerdings nur für Fotos und reine Filmaufnahmen, also, unbedingt ohne Ton. Ohne eine dedizierte Einwilligung der gefilmten Polizisten dürfen die Aufnahmen zudem nicht veröffentlicht werden, also etwa auf Facebook gepostet werden, informiert Solmecke.

Von Alice Mecke/RND