Nick Robinson und Kate Mara in einer Szene der Serie „A Teacher“. Quelle: Chris Large/FX

Obsession und Katastrophe: die Serie „A Teacher“

Drei Sätze, die eine Lehrerin von keinem Schüler hören will: „Ich fühle mich zu dir hingezogen. Ich denke dauernd an dich. Ich träume nachts von uns.“ Drei Sätze, die sich der 17-jährige Eric besser verkniffen hätte, als ihn seine doppelt so alte Tutorin nach einem schnellen Kuss zur Rede stellt. Drei Minuten später haben sie Sex im Auto – und „A Teacher“ erreicht nach drei von zehn Folgen ein wichtiges Etappenziel. Jetzt können nur Obsession und Katastrophe folgen.

Das ist aber keine Überraschung in der Serie zum gleichnamigen Film von 2013, beide von Hannah Fidell verantwortet: Als die unglücklich verheiratete Englischlehrerin Claire dem frühreifen Fußballstar Eric ihrer texanischen Highschool begegnet, knistert die Luft.

Fidell geleitet das ungleiche Paar aber nicht nur übers verminte Terrain sozialer Konventionen: Sie erzählt auch von Machtverhältnissen im Zeichen von #MeToo – und zwar aus Sicht desjenigen, der in der Beziehungshierarchie weiter unten steht. Da hilft es, dass Nick Robinsons Teenager reifer wirkt und Kate Maras Lehrerin jünger. Die Geschichte vom Verlangen nach dem Unerreichbaren ist sehenswert.

„A Teacher“, zehn Episoden ab 23. April bei Disney+, von Hannah Fidell, mit Kate Mara und Nick Robinson, FSK 12

Von Jan Freitag/RND